Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht durch Schreckensmeldungen aus dem Nahen und Mittleren Osten aufgestört werden. Militärische Auseinandersetzungen, Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten, Selbstmordanschläge, Entführungen, islamistischer Terror, atomare Bedrohung - kaum jemand vermag noch, den Überblick zu behalten. Wer kämpft hier warum gegen wen? In welchem Zusammenhang stehen die verschiedenen Krisenorte? Wer genauer hinschaut, wird erkennen, dass sich die Konfliktkonstellationen - die Mischung aus Akteuren und Interessen - nahezu überall auf frappierende Weise ähneln. Das ist das Besorgniserregende. In dieser wegen ihrer Energieressourcen wichtigen Region ging und geht es nie nur um lokale Streitigkeiten. Viele Länder - vor allem die USA, Russland, die Türkei, die EU, zunehmend auch China und Indien - ringen hier um Einfluss und werden im Zweifel bereit sein, ihre Interessen auch gegeneinander durchzusetzen. Der Nahe und Mittlere Osten ist zu einem Schauplatz für einen verdeckten, einen unerklärten Weltkrieg geworden, dessen Ausgang unsere Zukunft prägen wird.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2007
Abgesehen von der manchmal parteiischen Betrachtung hat Bahman Nirumands Analyse der Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten Rezensent Erich Gysling gut gefallen. Der in Deutschland lebende Iraner, vor wie auch nach der Islamischen Revolution ein Oppositioneller des iranischen Regimes, befasst sich in seinem Buch mit den Konflikten im Nahen und mittleren Osten. Verantwortlich für die andauernde Krise in der Region macht er die USA, die ihre Prioritäten durchsetzen wolle und Staaten, die sich ihren Zielen anschließen, sie auch dann fördere, wenn diese die Menschenrechte missachteten, während sie den übrigen mit Sanktionen oder Krieg drohe. Der Rezensent merkt kritisch an, dass Bahman Nirumand zwar die islamistische Gewalt nicht herunterspiele, aber ungleich stärkeres Verständnis für Islamisten als für Israel aufbringe und bezüglich der Frage, ob die Islamisten mit den Anschlägen des 11. September 2001 den neuen Krieg begonnen hätten oder doch die USA mit ihrem hegemoniellen Anspruch, ähnlich voreingenommen sei. Trotzdem habe Bahman Nirumand keine Verschwörungstheorie geschrieben, sondern ein äußerst informatives und engagiertes "Schulbuch für interessierte Zeitgenossen", das hilfreiche Hintergrundinformationen liefere und die komplexen Verhältnisse verständlich darstelle.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.10.2007
Wer verstehen wolle, in welcher Welt wir zur Zeit leben, kommt aus Sicht von Rezensent Thomas Speckmann um Bahman Nirumands neues Buch nicht herum, dessen zentrale These sei, dass wir in einem neuen Kalten Krieg lebten. Denn selten sei das "Wechselspiel zwischen regionalen und globalen Konflikten" derart konzentriert geschildert worden. Besonders das breite Spektrum von Nirumands Beobachtungsraum beeindruckt den Rezensenten sehr, der mit großer Spannung dieser dramatischen Schilderung des internationalen Konfliktgeflechts folgt. Auch die bedrohlichen Mixturen aus militärischen, ökonomischen und territorialen Interessen sieht Speckmann scharf konturiert. Lediglich Nirumands Zukunftsszenario findet er problematisch. Einerseits scheint es für ihn zwar durchaus schlüssig zu sein, dass sich das Konfliktpotential demnächst in einem offenen militärischen Konflikt entladen wird. Allerdings hält es der Rezensent auch für möglich, dass der Autor hier die Mechanismen dieses neuen Kalten Krieges verkennt und hält wegen dieser Unschärfen dies Szenario für verzichtbar.
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