Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bahman Nirumand

Der unerklärte Weltkrieg

Akteure und Interessen in Nah- und Mittelost

Cover: Der unerklärte Weltkrieg

Booklett Verlag, Berlin 2007
ISBN-10 394015301X
ISBN-13 9783940153012
Kartoniert, 253 Seiten, 18,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht durch Schreckensmeldungen aus dem Nahen und Mittleren Osten aufgestört werden. Militärische Auseinandersetzungen, Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten, Selbstmordanschläge, Entführungen, islamistischer Terror, atomare Bedrohung - kaum jemand vermag noch, den Überblick zu behalten. Wer kämpft hier warum gegen wen? In welchem Zusammenhang stehen die verschiedenen Krisenorte? Wer genauer hinschaut, wird erkennen, dass sich die Konfliktkonstellationen - die Mischung aus Akteuren und Interessen - nahezu überall auf frappierende Weise ähneln. Das ist das Besorgniserregende. In dieser wegen ihrer Energieressourcen wichtigen Region ging und geht es nie nur um lokale Streitigkeiten. Viele Länder - vor allem die USA, Russland, die Türkei, die EU, zunehmend auch China und Indien - ringen hier um Einfluss und werden im Zweifel bereit sein, ihre Interessen auch gegeneinander durchzusetzen. Der Nahe und Mittlere Osten ist zu einem Schauplatz für einen verdeckten, einen unerklärten Weltkrieg geworden, dessen Ausgang unsere Zukunft prägen wird.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2007

Abgesehen von der manchmal parteiischen Betrachtung hat Bahman Nirumands Analyse der Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten Rezensent Erich Gysling gut gefallen. Der in Deutschland lebende Iraner, vor wie auch nach der Islamischen Revolution ein Oppositioneller des iranischen Regimes, befasst sich in seinem Buch mit den Konflikten im Nahen und mittleren Osten. Verantwortlich für die andauernde Krise in der Region macht er die USA, die ihre Prioritäten durchsetzen wolle und Staaten, die sich ihren Zielen anschließen, sie auch dann fördere, wenn diese die Menschenrechte missachteten, während sie den übrigen mit Sanktionen oder Krieg drohe. Der Rezensent merkt kritisch an, dass Bahman Nirumand zwar die islamistische Gewalt nicht herunterspiele, aber ungleich stärkeres Verständnis für Islamisten als für Israel aufbringe und bezüglich der Frage, ob die Islamisten mit den Anschlägen des 11. September 2001 den neuen Krieg begonnen hätten oder doch die USA mit ihrem hegemoniellen Anspruch, ähnlich voreingenommen sei. Trotzdem habe Bahman Nirumand keine Verschwörungstheorie geschrieben, sondern ein äußerst informatives und engagiertes "Schulbuch für interessierte Zeitgenossen", das hilfreiche Hintergrundinformationen liefere und die komplexen Verhältnisse verständlich darstelle.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.10.2007

Wer verstehen wolle, in welcher Welt wir zur Zeit leben, kommt aus Sicht von Rezensent Thomas Speckmann um Bahman Nirumands neues Buch nicht herum, dessen zentrale These sei, dass wir in einem neuen Kalten Krieg lebten. Denn selten sei das "Wechselspiel zwischen regionalen und globalen Konflikten" derart konzentriert geschildert worden. Besonders das breite Spektrum von Nirumands Beobachtungsraum beeindruckt den Rezensenten sehr, der mit großer Spannung dieser dramatischen Schilderung des internationalen Konfliktgeflechts folgt. Auch die bedrohlichen Mixturen aus militärischen, ökonomischen und territorialen Interessen sieht Speckmann scharf konturiert. Lediglich Nirumands Zukunftsszenario findet er problematisch. Einerseits scheint es für ihn zwar durchaus schlüssig zu sein, dass sich das Konfliktpotential demnächst in einem offenen militärischen Konflikt entladen wird. Allerdings hält es der Rezensent auch für möglich, dass der Autor hier die Mechanismen dieses neuen Kalten Krieges verkennt und hält wegen dieser Unschärfen dies Szenario für verzichtbar.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren