Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Volker Oldenburg. Eine peinigende Auseinandersetzung mit der eigenen existenzbedrohenden Alkoholsucht - wer wäre besser in der Lage, so ein Erinnerungsbuch zu schreiben, als Augusten Burroughs? Manhattan in den 90er Jahren: Augusten hat seine Albtraumkindheit hinter sich gelassen und ist ein sehr erfolgreicher Werbetexter geworden. Sein Privatleben allerdings - Überraschung! - ist ein Desaster. Das superschicke Apartment starrt vor Leergut. Wenn andere nach drei, vier Cocktails nach Hause gehen, fängt für Augusten der Spaß erst richtig an. Und zur Arbeit am nächsten Tag schafft er es auch irgendwie - zur Not mit Aftershave als Mundwasser.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.04.2005
Wer noch halbwegs zurechnungsfähig und körperlich funktionstüchtig ist, befindet Stephan Maus, kann auf Augusten Burroughs Alkoholikergeständnisse getrost verzichten. Die Gründe: schal wie ein abgestandenes Bier. Nicht witzig. Pseudooriginell. Stoff für Oprah, falls sie sich mal für Anonyme Alkoholiker interessiert. Beziehungsweise: Wäre er mal anonym geblieben, der gute Burroughs, und hätte der Welt seine "sülzenden Protokolle", sein "doof verschwatztes New Yorker Parlando" und sein "Psychovokabular" erspart. Es geht um den Alkoholiker und seine schwere Kindheit, den Alkoholiker und die Neurosen der großen Stadt, den Alkoholiker und seine Beziehungen, lesen wir. Burroughs ist Werbetexter, und so hört sich das auch an, meint Maus: "In seinem Briefing standen die Leitideen Identifikationsmöglichkeit, humorvolle Intermezzi und tränentreibende Rührseligkeit." Das ist sentimentale Ratgeberliteratur für Hirnlose, findet der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.03.2005
Ebenso wie sein Buch "Krass!" ist auch das aktuelle Werk von Augusten Burroughs eine Mischung aus "Autobiografie und Roman", aus "Tragik und Humor", schreibt Rezensent Ulrich Sonnenschein. Während der Autor im ersten Teil die Geschichte seiner amerikanischen Jugend erzählte, erfährt der Leser in der Fortsetzung die Etappen einer Trinkerkarriere und des schweren Entzugs. Obwohl der Kritiker eigentlich "nichts so uninteressant" findet wie das Leben eines Trinkers, zollt er Burroughs für dessen "Dokument der Überlebenskunst" reichlich Respekt. Der Autor komme nämlich "selbstbewusst und offen" daher, suche keinen Schuldigen oder Erklärungen für seinen Alkoholismus und schildere den hochprozentigen Stoff reichlich "nüchtern". Der Kritiker fühlte sich erinnert an die politischen Filme Michael Moores - ebenso wie dieser gebe Burroughs seinen Gegenstand nicht der "Lächerlichkeit preis", sondern "offenbart" eine weitaus "tiefere" Einsicht in die Ereignisse. Ein Buch, das mitunter "schmerzhaft ehrlich" sei, aber auch "aufrichtig komisch".
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