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Klappentext
Mit Photographien und 16 Farbabbildungen. Astrid Schmetterling stellt ein außergewöhnliches Werk vor: Charlotte Salomons "Leben? oder Theater?", 1940?1942 im französischen Exil entstanden. Eine junge Künstlerin malt ihr Leben. Charlotte Salomon ? 1917 in Berlin geboren, 1939 nach Südfrankreich emigriert, 1943 in Auschwitz ermordet ? setzt in Bildern von eigenwilliger Kraft die Lebensgeschichte einer jungen Frau im Berlin der zwanziger und dreißiger Jahre in Szene, die nach der Pogromnacht ins Exil geht. Sie erzählt von der zunehmenden Verfolgung der Juden, von Liebes- und Familienbeziehungen, die alles andere als einfach sind, unsentimental, selbstironisch oft noch da, wo es eigentlich bodenlos wird. Astrid Schmetterling zeichnet in ihrem Essay nach, was und wie Charlotte Salomon erzählt und malt.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.07.2001
In ihrer ausführlichen und detailreichen Rezension setzt sich Gisela von Wysocki mit dem Essay Astrid Schmetterlings über Charlotte Salomons Werk "Leben? oder Theater?" auseinander. Wysocki urteilt, das zwischen 1940 und 1942 entstandene Werk Salomons sei ein "genialisches Mixtum Compositum von Text, Zeichnung und Musik" und ein "großes Gedächtniswerk", das mit seiner "schichtenreichen, synästhetischen Anlage die Züge einer Partitur" trägt. Bis heute habe, so die Rezensentin, die Scheu vor dem Schicksal der 1943 in Auschwitz ermordeten Künstlerin die Kenntnisnahme ihres Werkes geradezu verboten. Zu Recht beurteile jetzt Schmetterling in ihrem Essay das Werk als eine "fiktionalisierte Autobiografie" und als "Textblätter" des "dramatisierten Lebens". Damit treffe sie angemessen "die Entscheidung für den ästhetischen Binnenraum der Bilder". Schmetterling vermag mit ihrer Fokussierung der jüdischen Herkunft und der Lebensbedingungen der Familie Salomon zur Zeit der Weimarer Republik sich dem "beschleunigten Reifungsprozess der Künstlerin und Kulturanalytikerin" zu nähern, lobt Wysocki. Der Essay Schmetterlings thematisiere "Vergeblichkeit der jüdischen Assimilationsbemühungen, die erfolglosen Phantasien der Dazugehörigkeit", so die Rezensentin und schließt mit der Empfehlung: "ein ästhetisches Ereignis, das um fehlende Antworten kreist".

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