Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Asli Erdogan

Die Stadt mit der roten Pelerine

Roman

Cover: Die Stadt mit der roten Pelerine

Unionsverlag, Zürich 2008
ISBN-10 3293100104
ISBN-13 9783293100107
Gebunden, 203 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Türkischen von Angelika Gillitz-Acar und Angelika Hoch. Nachwort von Karin Schweißgut. Rio de Janeiro: Stadt des Karnevals, Meisterin im Spiel der Täuschungsmanöver, der Zufälle und der Maskerade. Özgür, eine introvertierte junge türkische Akademikerin, kann sich von der ebenso faszinierenden wie bedrohlichen Stadt nicht lösen, ja sie fühlt sich vielmehr angezogen von der scheinbar grenzenlosen Freiheit und der Lebensfreude der brasilianischen Metropole. Weit entfernt hat sich dabei die junge Frau von der traditionellen Frauenrolle, wie sie die türkische Gesellschaft vorsieht. Nicht wie eine Touristin führt Özgür den Leser durch die Labyrinthe dieser Großstadt, sondern wie eine Migrantin, die das zunächst Fremde als Vertrautes und Eigenes akzeptiert. Gleichzeitig ist die Stadt Impuls für ihr Schreiben und für die Schöpfung ihrer fiktiven Doppelgängerin Ö. - die beiden Erzählebenen, auf mannigfache Weise miteinander verflochten, spiegeln sich ineinander. Passagen, die aus einem Reiseführer stammen könnten, folgen surrealen Szenen, satirische Momente wechseln sich mit Zeitungsmeldungen ab.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.06.2008

Monika Carbe hat Asli Erdogans Roman um die junge aus Istanbul stammende Özgür, die sich in der Metropole Rio de Janeiro durchzuschlagen versucht und schrittweise in ihrer Einsamkeit ihre Identität verliert, nicht kalt gelassen. Die Protagonistin protokolliert in ihrer Romankladde, deren Heldin ihr alter Ego Ö. ist, die Eindrücke von Gewalt, Armut und Verlorenheit wobei ihre Aufzeichnungen immer "verstörender" und "verstörter" werden, stellt die Rezensentin mitgenommen fest. Der erschütternde Eindruck mag sich auch aus der Tatsache ergeben, dass die türkische Autorin, die Informatik und Physik studiert hat, die fortschreitende Auflösung ihrer Heldin bei aller Poesie und aller Bilderfülle recht analytisch und kühl beobachtet, mutmaßt Carbe. Höchst begrüßenswert findet die Rezensentin, dass mit diesem Roman, der in die seit 2005 erscheinende 20-bändige Türkische Bibliothek des Zürcher Unionsverlags aufgenommen worden ist, "endlich einmal" eine türkische Autorin zu Wort kommt, die ihre Protagonistinnen ein modernes, unabhängiges Leben führen lässt, und wenn es noch so furchtbar ist.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren