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Klappentext
Deutsch von Karlheinz Hülser. So groß die Wirkung der hellenistischen Philosophen war, ist doch von ihren Werken kaum etwas überliefert; und was andere Autoren uns davon erhalten haben, ist weit verstreut und immer bruchstückhaft. Die dadurch gegebene schwierige Quellenlage behindert seit langem das Studium der skeptischen Traditionen der antiken Philosophie ebenso wie die eingehendere Beschäftigung mit der stoischen und der epikureischen Philosophie. Anthony Long und David Sedley liefern die umfassende Quellensammlung, die inzwischen zum Standardwerk geworden ist - sowohl für die Fachgelehrten als auch für diejenigen, die sich dem hellenistischen Denken erstmals nähern. Der vorliegende Band präsentiert die Texte ausschließlich in deutscher Übersetzung und bringt zu jeder Textgruppe einen eingehenden philosophischen Kommentar.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.05.2000
Arnim Adam bespricht das Buch zusammen mit "Platons ,Staat`" von Wolfgang Kersting (Wissenschaftliche Buchgesellschaft). Es wäre allerdings ratsam, vor dem Lesen der Rezension den Unterschied zwischen politischer und praktischer Philosophie im Philosophiewörterbuch zu eruieren. Denn SZ-Autor Armin Adam baut seinen Artikel auf diese zwei begriffliche Grundfpfeiler. Es geht um Platons "Politeia" - das "Gründungsdokument der Politischen Philosophie" und um den Kommentar der gesamten "Politeia", vorgelegt von dem Kieler Professor Wolfgang Kersting.
1) Wolfgang Kersting: "Platons `Staat`"
Der Rezensent scheint diesem Platonexegeten wohlgesonnen zu sein. Kersting habe "den Text durch alle "Windungen seiner Argumentation" begleitet, ohne sich von der metaphysischen Rezeptionsgeschichte Platons einschüchtern zu lassen. Der Kommentar überzeuge mit der Einsicht, dass die "Ideenlehre in der Politeia" "praktisch gelesen" werden müßte. Platons Text sei zwar in Zeiten "ethischer Orientierungslosigkeit" entstanden. Ob seine Verbindung von Politik und Ethik auch heute anwendbar wäre, sei zu bezweifeln. Statt strenge Wahrheitssysteme - mehr Zaudern und Ungewißheit - dies könnte ein Ausweg in der heutigen Desorientierungssituation sein.
2) Long/Sedley: "Die hellenistischen Philosophen"
In der "nachklassischen" Philosophie des "Hellenismus" seien die "unerschütterlichen" Denksysteme ins Extreme getrieben. Vielleicht sei dieses Sicherheitsbedürfnis eine Antwort auf die Erschütterungen der griechischen Welt durch Alexander dem Makedonier, so Rezensent Adam. Auf jeden Fall hätten nun die Engländer Long und Sedley in ihrem Sammelband ein neues, erhellendes Licht auf die hellenistische Periode geworfen. Gelobt werden deren interpretatorische Unbefangenheit und neue Einsichten.
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