Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Miriam Mandelkow. Gabriel Noone ist ein Star: ganz San Francisco liebt den Radiomoderator mit Kultstatus. Als er von dem aidskranken 13jährigen Pete erfährt, nimmt er Kontakt zu ihm auf und beginnt, regelmäßig mit ihm zu telefonieren. Doch als er ihn endlich persönlich treffen möchte, erfindet dieser immer neue Ausflüchte ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.06.2003
Dirk Fuhrig stellt Armistead Maupin zunächst als den Autor der "Stadtgeschichten" vor, einen in San Francisco spielenden Fortsetzungsroman der achtziger Jahre, indem das Lebensgefühl einer "jungen urbanen Generation" mitreißend beschrieben wurde. Nun, nach langer Zeit habe der Schriftsteller seine "Lebens- und Schaffenskrise" überwunden. Das "autobiografisch getränkte" Buch über einen "alternden, schwulen Schriftsteller" gefällt dem Rezensenten, der offenbar selbst "Stadtgeschichten-Junkie" war, ganz ausgezeichnet. Er lobt den "leichten, packend-prägnanten Ton" und nennt den Roman ein "hervorragend komponiertes und meisterhaft formuliertes Stück Literatur" eines "feinfühligen, psychologischen" Erzählers.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2002
Rezensent Heinrich Wefing ist maßlos enttäuscht. Die wahre Geschichte, welche dem vorliegenden Roman zugrunde liegt, hätte seiner Ansicht nach das Zeug gehabt, zum "großen amerikanischen Roman" zu werden: Die "herzzerreißende Leidensgeschichte des Tony Godby Johnson" nämlich, der von seinen leiblichen Eltern jahrelang missbraucht wurde, und sich schließlich alle Qualen in einem Buch von der Seele schrieb. Am Ende entpuppte sich die Geschichte jedoch als Fiktion seiner Pflegemutter. Armistead Maupin, der 1975 mit kurzen Reportagen im "San Francisco Cronicle" den San-Francisco-Mythos der Beat-Generation von der liebeslustigen, lebenslustigen" Metropole popularisiert habe, hat sich in Wefings Augen an diesem Stoff "gründlich verhoben". Auch, weil er sich überhaupt nicht für den Medienskandal interessiere, den die Geschichte ausgelöst habe. Stattdessen verdünne er "die öffentliche Angelegenheit zum Privatissimum zwischen seinen Protagonisten", suche sie "zu einer schwulen Vater-Sohn-Tragödie" zu stilisieren, verschenke aber selbst dieses Thema "in immer neuen Schüben von Geschwätzigkeit".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.07.2002
Maupins Roman liegt eine wahre Geschichte zugrunde; die wahre Geschichte einer Lüge allerdings von einem angeblich aidskranken Jungen, der, wie sich herausstellte, die Erfindung einer erwachsenen Frau war. Dieser Junge aber hat - der vom Rezensenten Rainer Hörmann kritisierten Lust des Autors am Klatsch zum Trotz - eine präzise Funktion im Roman: er verkörpert die nur halb eingestandene Sehnsucht der Hauptfigur Gabriel Noone nach einem Sohn. Noone wurde gerade von seinem langjährigen Partner Jess verlassen - die Beziehung zerbricht daran, dass sich die Lebensperspektiven des an Aids erkrankten Jess mit der Entwicklung neuer Medikamente dramatisch verbessert haben; er möchte sein Leben, als motorradfahrender Lederschwuler, noch einmal von vorne beginnen. Neben das Buch stellt Hörmann immer wieder das Verhalten Maupins während eines Interviews: die Weigerung des Autors, sich auf mehr oder weniger theoretische Fragen einzulassen findet er zuletzt im Buch wieder. Er konstatiert den allerdings "charmant verkauften" Rückfall in den "Mythos einer gesellschaftlich unfruchtbaren Homosexualität".
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