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Klappentext
Aus dem Italienischen von Dagmar Türck-Wagner und Karin Fleischanderl. Mit einem Nachwort von Christoph Meckel. Lauter merkwürdige Geschichten erzählt Tabucchi in diesem Buch. Von dem Schriftsteller, der bei Abendgesellschaften auswendig Scott Fitzgeralds Romananfänge deklamiert. Von Ettore, der als Nachtclubsängerin Josephine rauschende Erfolge feiert, und von Dino Campana, dem großen italienischen Dichter, der wahnsinnig wurde. Ein Meister des Vexierspiels erzählt von ganz normalen Verrückten
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.09.2000
Sein Buch "Erklärt Pereira" habe Tabucchi einem größeren Publikum nahe gebracht, schreibt Jan Koneffke, und dieser Erfolg habe den Verlag wohl bewogen, seine frühen Erzählungen - ergänzt um drei spätere - noch einmal neu herauszubringen. Diese Erzählungen findet Koneffke literarisch weitaus ambitionierter und raffinierter als die Gestaltung des um ethische Konflikte in der Diktatur kreisenden Romanstoffs. Es sind Erzählungen und Geschichten, so Koneffke, die vom Staunen und vom Zufall diktiert werden, die etwas Beiläufiges enthalten - und dies sei mehr als ein literarisches Prinzip. Tabbuchi treibe literarische Erkenntnisspiele, indem er mit Imagination und Wirklichkeit willkürlich verfährt, so dass mitunter das Erfundene wirklicher wirkt als das Erlebte. Weiter führt Koneffke zur Unterstützung seiner These an, dass sich der Autor überhaupt nicht für das Schicksal seiner Figuren interessiert, dem Leser würden wichtige Informationen zugunsten des Eigen- und Innenlebens der Gedanken seiner Protagonisten vorenthalten - den Rezensenten erfüllt es mit größter Genugtuung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2000
Tabucchis Kunst bewege sich auf "einem schmalen Grat zwischen Virtuosität und Manierismus, meint Winfried Wehle in einer sehr ausführlichen Kritik eines Band mit elf "sehr unterschiedlichen" Erzählungen aus den Achtziger Jahren. Ein Brief, ein Schlager oder Fotos, Wehle beschreibt es sehr schön, ließen bei Tabucchi "die Wände der Gegenwart brüchig werden und die Erinnerung unvermittelt eindringen". Er beginnt mit der titelgebenden Geschichte, in der Velazquez? Bild "Las Meninas" eine Rolle spielt, sowie jemand, der das Bild betrachtet. Anhand dieser Geschichte beschreibt der Rezensent Tabucchi als einen Autor, dessen Element die Perspektive sei. Gelegentlich allerdings findet er ihn unersättlich, wenn er in seinen Geschichten "Perspektiven um Perspektiven" öffnet und hat Zweifel, ob Tabucchi noch ganz "Herr seiner Spiegelkabinette ist oder sein will". Trotzdem scheint Wehle die Geschichten eher mit Gewinn gelesen zu haben.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.06.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel "Kru." hebt unter diesem schon publizierten Material, das er etwas spöttisch als "ehrgeizige Fingerübungen" bezeichnet, besonders die Erzählungen "Theater" und "Das Umkehrspiel" lobend hervor. Er weist darauf hin, dass der Großteil der in diesem Band enthaltenen Erzählungen von Antonio Tabucchi bereits 1986 auf deutsch veröffentlicht wurde, in dem Band "Der kleine Gatsby". Die drei bisher auf deutsch unveröffentlichten Geschichten widme Tabucchi anderen Dichtern und Schriftstellern, so etwa Lewis Caroll, dem Schöpfer von "Alice im Wunderland" oder dem Lyriker Dino Campana, die er zu Protagonisten in seinen eigenen Fiktionen mache.
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