Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Spanischen von Susanna Mende. In Bosque, einem verschlafenen Dorf irgendwo in Argentinien, taucht eines Wintermorgens ein Mann namens Muto auf, der sogleich anfängt, die Leute zu befragen und Nachforschungen anzustellen: Er will einen Dokumentarfilm über den spektakulären Bankraub drehen, der hier vor anderthalb Jahren stattgefunden hat. Bald stellt sich heraus, dass das verschlafene Dorf, wo alle eine einzige große Familie zu bilden scheinen, in Wirklichkeit ganz anders ist. Neid, Hass, Rivalitäten brodeln unter der Oberfläche. Alle spielen ihre Spiele und Spielchen: der Rechtsanwalt Varini, bei dem viele Fäden zusammenlaufen, Leda, die geheimnisvolle Schöne, die mit ihrem Motorrad herumkurvt und auf Rache sinnt, der Bankdirektor, der am liebsten allein zu Hause mit seinen Zinnsoldaten spielt, Varinis Compagnon Legarreta, der den falschen Mann verarscht, die Schuldirektorin Benavidez, die wie viele andere gern im Dokfilm mitmachen, aber unbedingt verhindern möchte, dass Muto hinter ihr Geheimnis kommt, und der Ingenieur Zamudio, der von der Großwildjagd träumt und dem seine Schießkunst nichts mehr nützt. Fast alle Inszenierungen und Spiele enden - gewollt oder ungewollt - in einem Desaster. Bis auf das letzte Spiel ?
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.11.2006
Rezensent Tobias Gohlis hatte seinen diebischen Spaß mit dem "grimmigen Humor" dieser "bösen" Fortsetzung von Antonio dal Masettos Krimi "Noch eine Nacht" aus dem argentinischen Provinznest Bosque. Der als Kind aus Italien nach Argentinien gekommene Autor erzähle hier, wie sich ein apathisches, verschlafenes Städtchen in einen sozialen Krisenherd verwandelt - getriggert allein von Neid und Missgunst, Mordlust und Rachsucht. Im Zentrum steht Gohlis zufolge ein gewisser Muto, der vorgibt, einen Film über die Gewalttat drehen zu wollen, die im Vorgängerband beschrieben wurde. Obwohl in der Kamera gar kein Film liegt , kommt es bald zu tumulthaften Exzessen. Der Rezensent hatte auch seinen Spaß an dal Masettos lakonischer Sprache, die er von Susanna Mende "glänzend" übersetzt fand.
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