Bücherschau der Woche
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Klappentext
Aus dem Englischen von Susanne Röckel und Melanie Walz. Stephanie, verheiratet mit einem Kleinstadtpfarrer in Yorkshire, hat ihre literarischen und wissenschaftlichen Interessen zurückgestellt zugunsten von Familie, Haushalt und Gemeinde; ihre Schwester Frederica dagegen geht nach Cambridge, wo ihr eine akademische Laufbahn offensteht, dann nach London, um als Rundfunkjournalistin Karriere zu machen. Der Preis, den beide zu zahlen haben, um ihre Lebensentwürfe zu verwirklichen, ist hoch: Stephanie resigniert vor den Pflichten und Zwängen ihrer häuslichen Rolle, Frederica kämpft um Anerkennung, Wissen und Liebe und gerät von einem Beziehungsproblem ins andere. Wie ein roter Faden zieht sich Antonia S. Byatts Beschäftigung mit van Gogh durch den Roman. Sie integriert seine Biographie, seine Briefe und die Beschreibung seiner Gemälde so, dass sie Bestandteile der Handlung werden.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.11.2000
Barbara Burckhardts Beurteilung des Romans ist zwiespältig. Sie sieht den zweiten Teil einer Tetralogie, in der es um die unterschiedlichen Lebensentwürfe zweier Schwestern geht, etwas "aus der Balance" geraten, da die Hauptfigur des ersten Romans plötzlich und unerwartet stirbt und damit deren Schwester zum Mittelpunkt des Buches wird. Allerdings begrüßt die Rezensentin, dass dadurch die "durchschaubar erscheinende Gesamtkonstruktion" aufgelöst wird, denn als ein Problem der Autorin erkennt sie den Hang zur "Überkonstruktion". Und so gesteht sie zwar ihre "Bewunderung" für die "Geläufigkeit der Sprache" und die "stupenden gelegentlich sogar ironischen" Beobachtungen, moniert aber gleichzeitig deren all zu gelehrte Reflexionen und die Neigung der Autorin, "Professorinnenprosa" zu erzeugen. Die Übersetzung allerdings, so die Rezensentin begeistert, ist schlicht "fabelhaft".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.10.2000
Das Etikett, das Barbara Burckhardt, dem Buch aufdrückt, ist eigentlich vernichtend: "Professorinnenprosa". Die Bewunderung "für Mrs. Byatts" Beobachtungsgabe, die Geläufigkeit ihrer Sprache und für ihre Intelligenz und Gelehrsamkeit wirkt da fast wie Hohn. Der Hinweis, die "Literaturfachfrau" neige zu Überkonstruktion und verkrampfter Verschlingung von Motiven und Themen, passt schon besser ins Bild. Wie auch die abschliessend geäußerte Hoffnung der Rezensentin, der Erfolg der Autorin in ihrer Heimat England möge das Seine tun: Denn Erfolg entspannt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.05.2000
Als zweiter Teil einer auf vier Teile angelegten Familiensaga seien manche Personen des Romans "äußerst rudimentär vermittelt", da sie aus dem vorangehenden Roman "Die Jungfrau im Garten" als bekannt vorausgesetzt würden, befindet Barbara von Becker. Manches kritisiert die Rezensentin als unglaubwürdig oder in seiner Motivation unverständlich, auch wenn sie erstaunt bemerkt, dass die Autorin auf ihre sonst verwendeten "übersinnlichen Elemente" verzichtet habe. Doch gehe ein großer Reiz von Byatts "diskursivem Denken und den mit kontemplativem Atem gefüllten, weitausgreifenden Bögen" aus, und es bleibe auch in diesem Buch noch genügend offen, um neugierig zu sein auf die weitere Entwicklung der Protagonisten. Zudem lobt von Becker besonders die "rhythmische Sprache", die die beiden Übersetzerinnen gefunden hätten um Byatts Reflexionen ins Deutsche zu übertragen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2000
Sehr einfühlsam beschreibt Annette Pehnt den neuen Roman der englischen Schriftstellerin Antonia Byatt, dessen Übersetzung ins Deutsche sie ausgezeichnet findet. Leider ohne den Namen des Übersetzers zu nennen. Sie ist beeindruckt von Byatts Versuch zu schreiben, wie Maler malen: "Licht und Farbe mit dem Wort einzuholen?. Trotz des Kunstanspruches dieses Romans findet sie ihn ausgesprochen lesbar: eine breit erzählte Familiensaga aus dem England der 50er Jahre, voller Drastik und Leidenschaft. Störend findet die Rezensentin nur, wenn kleine Essays allzu unliterarisch den Erzählfluß bremsen. Denn dann, so Pehnt, thront die Erzählerin zu hoch über dem, was sie erzählt.
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