Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Annette Rehrl

Die Diamantenkinder

Zwischen Sklaverei, Gewalt und Hoffnung

Cover: Die Diamantenkinder

Pattloch Verlag, München 2004
ISBN-10 3629021018
ISBN-13 9783629021014
Gebunden, 205 Seiten, 16,90 EUR

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Klappentext

Die "Diamantenkinder" in den Flüchtlingslagern und Städten von Sierra Leone haben Unfassbares erlebt. Rebellen brachen in ihre Dörfer ein, brannten die Hütten ihrer Familien nieder, brachten ihre Eltern um, entführten sie, machten sie zu Kindersoldaten oder Sexsklaven und richteten sie zu Mördern ab. Annette Rehrl begab sich in Zusammenarbeit mit der UNHCR in die Trümmerwelt von Sierra Leone, um nichts anderes zu tun, als diesen Kindern zuzuhören. Die Kinder gewannen sie lieb und erzählten, was sie nie zuvor preisgegeben hatten. So entstand ein erschütterndes und trotzdem hoffnungsvolles Dokument einer Generation von Kindern, die sich nichts sehnlicher wünschen als ein Stück Zukunft.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.02.2005

Eine eindrucksvolle Reportage! Und sogar noch mehr als das! In ihrer "Kriegs- und Katastrophenrecherche" durch das westafrikanische Sierra Leone beschreibt die Journalistin Annette Rehrl nicht nur schonungslos detailliert die schlimmen Verhältnisse in dem von elf Jahren Bürgerkrieg zerrütteten Land, lobt Rezensentin Gaby Mayr, sie sucht auch nach den Ursachen für das Elend und geht grundsätzlichen Fragen nach. Zum Beispiel, wie man einem Land wie diesem mit seinen riesigen sozialen Problemen sinnvoller helfen könnte. Bislang jedenfalls ergehen sich die Helfer in bequemer Selbstbemittleidung, vertrinken ihr Geld an teuren Bars, statt es Bedürftigen zur Verfügung zu stellen und heizen das Prostitutionsgeschäft an. Laut Rehrl auch ein Zeichen dafür, dass missbrauchte, vergewaltigte Mädchen bei den Resozialisierungsmaßnahmen gegenüber jungen männlichen Kindersoldaten noch vernachlässigt werden. Bei all dem Leid konnte Rehrl mit ihrem "Blick für die kleinen Dinge" aber auch zarte Zeichen von Optimismus einfangen, freut sich Mayr: Die allgegenwärtige Farbe Pink zum Beispiel.

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