Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Annelen Kranefuss

Matthias Claudius

Eine Biografie

Cover: Matthias Claudius

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2011
ISBN-10 3455501907
ISBN-13 9783455501902
Gebunden, 320 Seiten, 23,00 EUR

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Klappentext

"Der Mond ist aufgegangen, / Die goldnen Sternlein prangen / Am Himmel hell und klar; / Der Wald steht schwarz und schweiget, / Und aus den Wiesen steiget / Der weiße Nebel wunderbar." Matthias Claudius (1740-1815) gehört zu den wohl berühmtesten Lieddichtern deutscher Sprache. Ihn aber lediglich auf sein Gedicht "Abendlied" zu reduzieren, das als Volkslied große Popularität erlangte, täte ihm unrecht: In dem frommen Idylliker und Familienvater steckte ein wacher Geist. So machte sich Matthias Claudius als Journalist, homme de lettres und Poet, vor allem aber als Redakteur des "Wandsbecker Boten" einen Namen. Er scheute nicht davor zurück, die Umbrüche und Kontroversen seiner Zeit kritisch und scharfsinnig zu kommentieren und dabei stets eine der eigenen Prämissen zu befolgen: Niemand ist frei, der nicht Herr über sich selbst ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.10.2011

Er war faul, erklärtermaßen, und ein Familienmensch. Die Tagespolitik und das Nützliche interessierten ihn wenig. Konservativ war er immer, im Alter wurde es mit dem Herrscherlob aber schlimmer. Allerdings hielt sich Matthias Claudius seine "besondere Gabe, die Semicolons anzubringen", mit Gründen zu Gute. Auch die Worte brachte er in Gedichten wie "Der Mond ist aufgegangen" schlicht, aber nicht unbegabt an. Wilhelm von Humboldt hielt ihn trotz allem für eine "völlige Null". Diesen Mann, dessen ehrgeizigstes Zeitungprojekt, der "Wandsbecker Bothe", rasch scheiterte, porträtiert Annelen Kranenfuss in ihrer Biografie, die Willi Winkler als äußerst kenntnisreich lobt. Sie werde auch das Standardwerk über den Dichter für die nähere Zukunft bleiben. Ganz glücklich scheint der Rezensent dennoch nicht. "Recht farblos", schreibt er, bleibe der Mann im Zentrum dieses Buches.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2011

Rezensent Alexander Kosenina bekundet seine tiefe Sympathie mit dem "oft übersehenen Dichter und religiösen Erbauungsschriftsteller" Matthias Claudius. Wir kennen Claudius heute vor allem als Verfasser des Textes zu "Der Mond ist aufgegangen", so Kosenina, der bereits in jenen wenigen Liedzeilen ein "Wertesystem" ausmacht, das auf "Häuslichkeit, Familie und christlicher Erbauung" basiert. Annelen Kranefuss' Biografie bestätigt ganz offensichtlich diesen Eindruck des Rezensenten. Ein zutiefst bescheidener Mann sei Claudius gewesen, linientreuer Aufklärer und fürsorglicher Familienvater voller Hilfsbereitschaft und Einfühlungsvermögen, resümiert Kosenina. Wo Goethe ihn als naiv belächelt, sehe die Biografin allenfalls "gespielte Einfalt" am Werk.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2011

Freudig begrüßt Rezensent Manfred Koch diese neue Biografie über Matthias Claudius, die die Claudius-Forscherin Annelen Kranefuss vorgelegt hat. Er schätzt die kenntnisreiche, lebendige und zuverlässige Darstellung des Lebens dieses unzeitgemäßen Dichters. Der Autorin gelingt in seinen Augen das Porträt eines Mannes, der "eigentlich ein Lebenskünstler war". Die Widersprüche des Dichters, der zwar als Antimodernist auftrat, jedoch ein unbestreitbar modernes Leben führte, werden für ihn dabei ebenso sichtbar wie dessen betonte Bescheidenheit und Sesshaftigkeit. Allerdings hätte sich Koch gewünscht, Kranefuss wäre genauer auf Claudius' Texte wie "Abendlied", "Der Mensch" oder das "Wiegenlied bei Mondschein zu singen" eingegangen, zumal ihr vor über vor dreißig Jahren erschienenes Buch "Gedichte des Wandsbecker Boten" so viele wunderbare Einsichten über Claudius' Lyrik zu bieten hat, so Koch.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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