Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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Klappentext
Anfang der achtziger Jahre ziehen Berliner Hausbesetzer in ein idyllisch an einem Bach gelegenes Haus auf dem Land. Der Tisch unter Pflaumenbäumen, der verwilderte Garten, die gemeinsamen Essen und Diskussionen in der Wohnküche - der Traum von der Realisierung einer gesellschaftliche Utopie scheint zum Greifen nah. Wie unvereinbar die teils anarchistischen, teils feministischen oder alternativen Vorstellungen der Einzelnen sind, zeigt sich jedoch schnell. Ihre Beziehungen untereinander ähneln bald dem äußeren Bild der Dauerbaustelle, als die sich das anfangs mit viel Elan instand gesetzte Haus erweist.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.03.2002
Eberhard Falcke vermutet, dass die 80er Jahre, in denen dieser Roman spielt, für die Autorin biografisch bedeutsam sind, und dies ihr Interesse an dem Stoff erklärt. So richtig kann er sich aber für das Buch, in dem die Illusionen und Schwierigkeiten einer "Landkommune" beschrieben werden, nicht erwärmen. Immerhin lobt er die flotte Schreibe Helds. Auch der Rückblick in die jüngste Vergangenheit berührt den Rezensenten so seltsam wie "sehr versponnene Geschichten aus uralten Zeiten". Hierin liegt für ihn aber schon der "größte Reiz" des Buches, dessen "literarische Qualitäten" ihn nicht überzeugen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.11.2001
Martin Lüdke wirkt von dieser Schilderung einer scheiternden Landkommune zwischen den Jahren 1982 bis 1992, die sich aus ehemaligen Berliner Hausbesetzern zusammensetzt, seltsam berührt. Er findet die "Erfahrungen" dieser Zeit "passgenau" wiedergegeben und sieht eine "mehr verdrängte als vergessene" Epoche beschrieben, die einen gar nicht so weit zurückliegenden Abschnitt bundesdeutscher Realität schildere. Den Sprachstil der Autorin findet er zwar in seiner Sprödigkeit und manchmal auch Derbheit "riskant", doch letztlich gelungen, und er rechnet es Annegret Held als besonderes Verdienst an, dass sie ihre Figuren niemals "denunziert": Sie "zwingt sich vielmehr dazu, selbst die miesesten Möppel zu lieben, auch wenn es ihr - erkennbar - schwer fällt." Als "Manko" empfindet es Lüdke allerdings, dass in diesem Buch keine "Entwicklung" stattfindet. Auch hält er das aufgebotene Figurenarsenal für allzu zahlreich, wenn auch insgesamt "plastisch" beschrieben. Das zweite Kapitel findet Lüdke gar "überflüssig". Nicht unproblematisch sei auch, dass die Personen rein aus der Binnenperspektive in den Blick rückten. Alles in allem scheint er die Lektüre jedoch für lohnenswert zu halten.
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