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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Anne Weber

Im Anfang war

Cover: Im Anfang war

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN-10 3518411748
ISBN-13 9783518411742
Gebunden, 208 Seiten, 18,41 EUR

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Klappentext

Was wäre passiert, hätte Eva zuerst vom Baum des Lebens gekostet und dann erst vom Baum der Erkenntnis? "Eva wäre unsterblich gewesen, und statt Adam als Sklavin zu dienen, hätte sie seine Göttin sein können. Die Chance ist verpasst. Denken wir nicht mehr daran." Anne Weber hat sich die Bücher des Alten Testaments vorgenommen und erzählt sie auf ihre ganz eigene Weise neu, nicht vollständig und all ihren Sinngebungen nachspürend, dafür immer überraschend.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.12.2000

Peter Hamm ist gänzlich begeistert. "Mit dem unbarmherzigen Scharfsinn eines klugen Kindes" und mit "raffinierter Naivität" habe die 36jährige Anne Weber eine Lesart der Bibel entworfen, die einer Travestie des Alten Testaments gleichkomme. "Erheiternd und gleichzeitig tiefsinnig" räume die in Paris lebende Schriftstellerin mit symbolischen und allegorischen Auslegungen des Buchs der Bücher auf. Herausgekommen sei, so der Rezensent, eine "fröhlich-frivole" Entmythologisierung der Schriften von der Genesis bis Sacharja. Der Rezensent ist so angetan, dass er die Jungautorin sogar in die französische, strikt säkulare Tradition von Voltaire und Paul Valéry stellt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2000

Keine Gnade kennt Friedrich Wilhelm Graf mit diesem Buch, das er in mancherlei Hinsicht sogar "peinlich" findet. Besonders die Unkenntnis Webers von der hebräischen Bibel missfällt ihm. Weber habe die "Religionsgeschichte Israels auf blanke Gewalt" reduziert, ja einen "antijudaistischen Subtext" hat Graf hier wahrgenommen. Der Gott Jahwe wird, wie der Leser erfährt, hier als Gewalttäter hingestellt, gegen den sich vor allem die Frauen emanzipieren müssen. Dass die Autorin in ihrem "fröhlichen Feminismus" dabei "nur alte Stereotypen zitiert" ist ihr nach Ansicht des Rezensenten anscheinend überhaupt nicht aufgefallen.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.10.2000

Anne Weber habe sich das Alte Testament angeschaut, aus heutiger Sicht für fragwürdig erklärt und es daraufhin umgeschrieben, meint Monika Schattenhöfer in einer jener Kritiken, die in das Beschriebene eintauchen, ohne einmal zwischendurch Luft zu holen. "Im Anfang war" ... nicht das Wort, sondern das Nichts, schreibt Schattenhöfer weiter, ein verpatzter Anfang und nicht die einzige Ungereimtheit, die Weber dem Allerhöchsten wohl auf freundliche, humorvolle Art serviert. Genealogie und Psalme seien gestrichen, dafür die vielen Ehebruchsgeschichte und Familienzwistigkeiten "auf ihren heiklen Punkt" gebracht. Eva erfährt eine Ehrenrettung, Hiob Mitleid - und Gott? "Was wäre er ohne uns Menschen?" wird Weber von Schattenhöfer zitiert: "Ein armer Tropf. Er gliche einem König ohne Untertanen...". Hört sich sympathisch an, aber wie genau sich die Leser diese literarische Exegese vorzustellen haben, ob in einer durchgehenden Umschrift oder in unabhängigen Geschichten, erfährt man in dieser Kritik nicht.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2000

Keine Frage, Martin Krumbholz gefällt dieses Buch, in dem die Autorin Geschichten aus dem Alten Testament "mit leichter Hand und mit scharfem Witz" neu erzählt. Natürlich fühlt er sich auch an Thomas Manns Joseph-Roman erinnert, allerdings mache Weber um dessen "flagranten Freudianismus (...) einen eleganten Bogen". Mehrfach betont der Rezensent die komischen Elemente in Webers Geschichten, in denen sie nicht nur mit Gott ins Gericht geht und ihm einige Inkonsequenzen bescheinigt, sondern auch die Erzählungen des Alten Testaments mit feministischer Lesart gegen den Strich bürstet. So sei es für David "überhaupt kein Kunststück" gewesen, Goliath zu töten, denn schließlich hatte er Gott auf seiner Seite, und außerdem habe David auch mit seinem "männlichen Imponiergehabe" keine besonders gute Figur gemacht. Krumbholz betont allerdings ausdrücklich, dass sich Weber stets an den Überlieferungen orientiert und ihre "Lesarten (...) keineswegs an Absaloms langen Haaren herbeigezogen" sind.

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