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Klappentext
Seit Kindertagen hat Max die Fotografie des Hauses vor Augen, das seine Mutter in Österreich verlassen musste. Es bindet ihn an das Europa seiner jüdischen Vorfahren, obwohl er seit seiner Kindheit in New York lebt. Als er sich aber bemüht, in den Besitz dieses Hauses zurückzugelangen, muss er sich fragen, was er eigentlich sucht: ein Gebäude; Menschen, mit denen er sein Leben teilen möchte; eine Heimat, verschüttet unter den Überresten der Geschichte. Oder möchte er dem einzigen Traum seiner Mutter zur Wirklichkeit verhelfen?
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.07.2000
Behutsam erzählend und gewichtend bespricht Eva Leipprand diesen Roman, der vom Wert des Erinnerns handelt. Mutter und Sohn, jüdische Emigranten aus einer österreichischen Kleinstadt in New York, sind die Protagonisten; erzählt wird hauptsächlich aus der Perspektive von Max, dessen früheste Kindheitserinnerung "von Weite und Helligkeit" am Haus in Österreich hängen. Dreimal kehrt er noch zurück, 1945, 1974 und ein letztes Mal, als das Haus endlich frei ist von den früheren Mietern - "SA-Nachkommen mit Mietrecht auf Lebenszeit". Aber die Rückkehr des inzwischen Siebzigjährigen gelingt nicht. Die "authentisch wirkende Charakterstudie" des eleganten, erfolgreichen aber bindungsunfähigen Max wird, so Leipprand, ergänzt durch die Erzählperspektive von Nadja, einer Frau, die Max zum Spiegel wird. Ihrem Thema, der "Psychologie der Grenzgänger und Heimatlosen" ist die Autorin mit diesem Buch treu geblieben. Mit "besonderer Wärme" schreibt sie über das "Haus der Kindheit" als innere Welt und tragende Hoffnung des Emigranten, urteilt die Rezensentin, und lässt so den Glanz der Erinnerung auch "Eingang in die Erinnerung des Lesers" finden.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.05.2000
Karl-Markus Gauss bezieht gleich zu Anfang klare Position: "Haus der Kindheit" ist "einer der wichtigsten Romane der neueren österreichischen Literatur". Was dann folgt, ist eine lange Inhaltsbeschreibung dieses Romans, der - anders als in Mitgutschs früheren Büchern - diesmal einen männlichen Helden hat: Max, ein erfolgreicher amerikanischer Innenarchitekt, nimmt dreimal Anlauf, nach Österreich in das Haus seiner Familie zurückzukehren. Heimisch wird er dort nicht mehr, die jüdischstämmigen Eltern waren mit ihm während des Nationalsozialismus nach Amerika emigriert. Gauss bewundert, wie Mitgutsch eine geradezu "verschwenderische Fülle" an Charakteren, Anekdoten, Beziehungen präsentiert, dabei aufs Fieseste die österreichische Provinz portraitiert und zugleich das Altern eines vom Erfolg und von den Frauen verwöhnten Mannes beschreibt. Und das alles in einem einzigen Roman!
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2000
Walter Hinck legt in seiner Rezension Wert auf die Feststellung, dass dieser Roman nicht zu den Büchern gehört, mit denen durch "Rühreffekte" Mitleid erzeugt werden soll. Die Stärke des Buchs sieht er vielmehr darin, dass die Autorin ein facettenreiches Bild äußerst verschiedener jüdischer Biografien zu zeichnen weiß. Dazu gehört auch, dass die Figur des reichen, aber zur Liebe kaum fähigen Max Bermann dem Leser zunächst nicht übermäßig sympathisch erscheint, wie Hinck meint. Dass die Autorin viele Jahre in den verschiedensten Ländern gelebt hat, macht sich seiner Ansicht nach daran deutlich bemerkbar, dass die Kenntnis über die Lebensverhältnisse der dort - z. B. in New York - lebenden Menschen durchaus überzeugend erscheint. Mitgutschs Stil bezeichnet er als "objektiv, aber keineswegs indifferent", bisweilen allerdings hätte er sich ein wenig mehr Schärfe und Risikobereitschaft gewünscht.
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