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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Anke Velmeke

Luftfische

Roman

Cover: Luftfische

C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN-10 3406462065
ISBN-13 9783406462061
Gebunden, 156 Seiten, 17,50 EUR

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Klappentext

Lene ist dreizehn und kein Kind mehr. Mit ihrem Vater spricht sie nicht. Sie entzieht sich seinem Zugriff, erhält immer mehr Macht und gewinnt letztendlich eine einflussreiche Position in der Familie, aus der sie ihn, ohne es zu wollen und ohne sich dessen bewusst zu sein, ganz verdrängt.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Luftfische - Anke Velmeke bei C.H. Beck

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.07.2000

Ursula Krechel ist sehr angetan von diesem Debüt-Roman. Besonders die Sprache begeistert sie, deren Schlichtheit und Sensibilität sie preist. Das Buch sei mit einem "kalkulierten Sicherheitsabstand" zu seinem Sujet geschrieben und zeichne mit ungewöhnlicher Syntax und einer "Sprache voller Erfindungen" die Abgründe der Adoleszenz. Als "besondere Stärke" lobt die Rezensentin, dass die Autorin auf psychologische Deutungen in ihrem Familiendrama verzichtet und die Protagonisten für sich sprechen läßt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.07.2000

Sehr angetan ist Stefanie Holzer von diesem Debütroman der Autorin. Er schildert neben den Gewalttätigkeiten innerhalb der Familie das Erwachsenwerden eines Mädchens und findet dabei "sprachliche Bilder, die den Schrecken immer wieder in Schönheit zu bannen" verstehen, so die Rezensentin lobend. Als größtes Verdienst sieht Holzer die Fähigkeit der Autorin, den Leser trotz der trostlosen Handlung nicht "verdrießlich" zu stimmen. Denn sie setze Ironie ein, die bisweilen ans Geschmacklose grenze, um die "Familienhölle" zu schildern und betrachte ihre Protagonisten mit "Härte", lobt die Rezensentin.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.06.2000

Ah, junge Frauen und alte Männer! Rezensent Martin Krumbholz ist gerührt - von der "schnoddrigen, raubeinigen, zärtlichen, eckigen, poetischen, frechen, kaltschäuzigen, witzigen, brillanten" Sprache, die Anke Velmekes Romandebüt über eine Jugend in den Siebzigern auszeichnet. So liebreizend jung erscheinen ihm Autorin und Protagonistin, dass sich der wohlmeinende Schulmeister in ihm regt. Mit sanfter Stimme bemängelt er gelegentliche Abstürze in den Manierismus, doch dann lobt er gleich die Beschreibungen des sexuellen Erwachens der Heldin als "schönste Passagen". Aufmunternd vergibt Krumbholz schließlich eine "Zwei plus" und empfiehlt der Autorin für ihren weiteren Lebensweg, auch einmal "etwas von Raymond Carver" zu lesen.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.04.2000

Christina Nord ist von diesem Debütroman sichtlich angetan. Vor allem die Verfremdungseffekte der Autorin imponieren ihr. Ohne diese, meint Nord, wäre die Geschichte nur eine "Betroffenheitsstory" mit prügelndem Vater, masochistischer Mutter, Trennung und Geldnot. Eine Betrachtungsweise, die dem Roman nicht angemessen wäre: "Statt Mitleid herrscht ein kühler Blick." Nord beschreibt anschaulich, wie die Autorin Oberflächen zerlegt und falsch wieder zusammensetzt "wie die Tochter einen Starschnitt aus der Bravo: `Fuß neben Schulter`." Manchmal beschreibe Velmeke ihre Figuren auch wie geometrische Muster: Da strecken sich Arme über einen Tisch `spitzwinklig wie die Kleiderausschnitte`, zitiert sie aus dem Roman. Diese Effekte bewirkten, dass das Triste oft "ins Komische spielt".

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000

In einer ziemlich deskriptiven, kaum wertenden Kritik schafft sich Monika Schattenhofer diesen Roman vom Halse, der sie in seiner "nervenden Intensität" der Beschreibung und in der Beziehungslosigkeit seiner Figuren irgendwie doch fasziniert zu haben scheint. Eindringlich schildert die Rezensentin jedenfalls, wie Mutter, Kinder und Vater im nordrhein-westfälischen Kleinbürgermilieu der siebziger Jahre aneinander vorbeileben und am Ende der Fernseher als das sensibelste Familienmitglied dasteht. Aber Schattenhofers abschließendes Urteil über den Roman ist kurz: "Freudlos."

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