Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Spanischen von Jürgen Dormagen. Dass Francisco Meltan, der seinerzeit verfemte Barockmaler, endlich in seinem Rang anerkannt wird, ist einzig und allein ihm, Don Cesar Rinconeda, zu verdanken. Dem Maestro und seinem asketisch-expressiven Werk hat er fast sein ganzes Leben gewidmet. Mit der Leidenschaft des liebenden Blicks und gegen die Arroganz der Akademie hat er über ihn gearbeitet und - Triumph des wahren Kenners - sein letztes Bild in einem heruntergekommenen Grafenpalast aufgestöbert. Das gehört nun ihm, das gibt er nicht mehr frei. Da kommt der Brief einer jungen Skandinavierin, die in drolligem Spanisch und mit bedrohlicher Akkuratesse die Behauptung aufstellt, ebendies ausnehmend männlich-karge Stilleben mit der Signatur F. M. stamme in Wahrheit von der italienischen Malerin Frasquina Mazzanzini.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2003
Als kurzatmiges Lesevergnügen für auf ihr Wissenskapital stolze Bildungsbürger beschreibt Rezensent Florian Borchmeyer dieses späte Debüt. Als Tochter einer traditionsreichen Künstlerfamilie spinne Angeles Saura voll bewundernswerter literarischer und kunstgeschichtlicher Bildung einen Roman über die barocke Kunst des Stillebens und zugleich die Charakterstudie des Kunsthistorikers Rinconeda, "eines polternden Originals". Dies garniert die Autorin Borchmeyer zufolge mit einer respekteinflößenden Menge gelehrter Zitate und sprachspielerischer Anspielungen. Doch unter der Last der "durch barocke Illusionskunst voluminös aufgebauschten Leere" sieht der Rezensent schließlich die literarische Essenz des Textes weitgehend in sich zusammenbrechen. Die "philologisch präzisen Anmerkungen" der als souverän gelobten Übersetzung können dieses Urteil auch nicht mehr mildern.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.06.2003
Lothar Müller ist einfach begeistert von diesem Roman, in dem sich ein alter Kunsthistoriker gegen eine junge Doktorandin aus Skandinavien zur Wehr setzt, die in ihrer Dissertation sein Lebenswerk in Frage stellt. Der Rezensent charakterisiert das Buch als "Nachtstück voll rabenschwarzer Bosheit" und amüsiert sich über den Humor des eine Nacht und einen Tag anhaltenden Monologs des Protagonisten. Insbesondere das Selbstporträt, das in dieser Hass-Suada des alten Mannes entsteht, preist er als "hinreißend", die "ebenso furiose wie formbewusste Prosa" hat ihn entzückt. Auch die Übersetzung von Jürgen Dormagen überzeugt ihn vollkommen. Müller, der kaum glauben kann, dass es sich hier um das Debüt der spanischen Autorin handelt, ist mit diesem Roman restlos glücklich.
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