Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Andrej Wolos

Churramobod - Stadt der Freude

Roman in punktierter Linie

Cover: Churramobod - Stadt der Freude

Berlin Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 3827003164
ISBN-13 9783827003164
gebunden, 400 Seiten, 20,35 EUR

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Klappentext

Aus dem Russischen von Albert Frank. Wenn Sieger zu Besiegten werden. Wolos` "Roman in punktierter Linie" erzählt von der Geschichte der Russen in Tadshikistan. Seit 1868 Kolonialherren dieses an Afghanistan grenzenden Gebietes, begann für sie 1991 mit der Unabhängigkeitserklärung der Republik Tadshikistan die Zeit von Rückzug und Vertreibung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2000

Tilman Spreckelsen zählt diesen Roman zu "den Glücksfällen der russischen Gegenwartsliteratur". Er hebt dabei hervor, dass Wolos bei seiner Schilderung der Probleme, mit denen Russen in Tadschikistan und auch bei ihrer Rückkehr nach Russland zu kämpfen haben, nicht Partei ergreift oder ein "verkapptes Geschichtsbuch" geschrieben hat. Die Stärke des Buches liegt seiner Ansicht nach vor allem im Atmosphärischen, in der leisen, unspektakulären Weise, mit der Wolos ein beeindruckendes "Epos der Gewalttätigkeit" geschrieben habe, was aber gerade deshalb bisweilen ans Unerträgliche grenze. Spreckelsen betont, dass der Leser nicht notwendigerweise besondere Vorkenntnisse oder gar Interesse für Tadschikistan besitzen müsse, um dieses äußerst spannende Buch mit Gewinn zu lesen. Allerdings hätte der Rezensent einen kurzen Abriss über die Geschichte des Landes und eine Karte im Anhang durchaus nützlich gefunden.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.04.2000

Ulrich M. Schmid redet nicht lange um den heißen Brei herum: Churramobod gehört für ihm "zum Besten (...), das in den letzten zehn Jahren in Russland geschrieben wurde". Dabei sieht Schmid in dem Buch den Schwerpunkt weniger in der politisch brisanten Thematik, nämliche dem schwierigen Verhältnis von Russen und Tadschiken, sondern "in der anspruchsvollen Komposition". Überblendungen, verschiedene Ebenen und - noch einmal - eine "abwechslungsreiche und doch stringente Komposition" sind seiner Ansicht nach die wesentlichen Stärken des Buches. Darüber hinaus gelingt es Wolos, wie Schmid betont, die erheblichen Probleme treffend zu analysieren, jedoch ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben. Schmid ist sich sicher, dass man als Leser von Wolos auch in der Zukunft noch Beeindruckendes zu erwarten hat.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren