Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Paris 1936. Er rettet sie aus einer Ausstellungseröffnung, sie hilft ihm durch den Platzregen, und so verlieben sie sich: die junge Malerin Signe aus Norwegen und der Ire Samuel Weldon. Aber auch wenn Paris die Stadt der Liebe ist, sind die Zeiten nicht eben rosig, beide leben illegal dort und haben kaum Geld. Dennoch scheint ihr Glück perfekt, als ihnen ein kleines Mädchen anvertraut wird, die 7-jährige Nachbarstochter Bekka. Als im Juli 42 Bekkas Onkel Monsieur Blum verschwindet und auch ihre kleine Wohnung zum Kriegsschauplatz wird, versuchen Sam und Signe für ein paar Wochen, den Atem anzuhalten. Bis ihnen nur noch die Flucht bleibt ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.09.2003
Zwiespältig positiv, wenn man so will, beurteilt Rolf-Bernhard Essig den neuen Roman des jungen Autoren Andreas Schendel - viel versprechend, aber vorerst nicht alles einlösend. Trotzdem, berichtet Essig, erreiche die verschachtelte Geschichte um einen Iren, eine Norwegerin und ein jüdisches Mädchen während der Nazizeit eine solche Intensität, dass er nachts davon träumte. Dies vor allem im letzten Drittel, das die sprachlichen Unausgegorenheiten, die zuweilen überstrapazierten Symbolismen und die vereinzelten sachlichen Fehler, von denen die vielperspektivische Erzählung durchsetzt ist, vergessen lasse. Da nämlich nehmen "Tempo und Dramatik" zu und Schendels literarische Qualitäten befinden sich mit dem geschilderten Leid "auf Augenhöhe". Fazit: Viel Grund zur Kritik, aber auch zur Verheißung.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2002
Ziemlich beeindruckt ist die Rezensentin Christiane Schott von diesem neuen Buch des jungen Autors und sieht darin eine echte Weiterentwicklung gegenüber seinem auch schon gelungenen Debüt "Leuchtspur". Diesmal gehe Andreas Schendel noch weiter zurück in die Vergangenheit und sprenge "die Grenzen seiner persönlichen Erinnerung". Schauplatz seiner Geschichte sei Paris zur Zeit des Nationalsozialismus, und das Motiv, das sich durch diese Erzählung ziehe, "der Verlust der Illusionen und die Unmöglichkeit des Verschmerzens". Schendel hat seine Erzählung nicht stringent chronologisch aufgebaut, schreibt Schott, sondern er arbeite mit der Montagetechnik, was ihm sehr gut gelinge, "er suggeriert Authentizität und erzeugt zugleich Spannung und Beklemmung". Ihr einziger Kritikpunkt ist, dass der Autor, wenn es um das im Zentrum der Geschichte stehende Kind geht, zu einer "Überdosis Drolerie" und "zur Kolportage neigt".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.07.2002
Viel vorgenommen hat sich Andreas Schendel da, findet Rezensent Thomas Wild. Sein Roman über eine kinderlose und daher "beschädigte" Liebe im Frankreich der Résistance wolle gleichzeitig Liebesroman, Geschichtsroman über das besetzte Frankreich und die Judenverfolgung, "Roman über Erinnerung, Scham und Schuld" und Kriminalroman sein. Da wundert es den Rezensenten nicht, dass der Text sowohl "inhaltlich" als auch "formal" "heillos überfrachtet" ist. Die "Vielzahl der Orte, Ereignisse, Zeitebenen und Erzählformen" führe eher zu Verwirrungen und Ungereimtheiten. Auch die vielen Verweise wollen dem Rezensenten partout nicht schmecken. Er sieht darin eher eine "Lernzielkontrolle für exaktes Lesen" und ärgert sich über schulmeisterhaft "eingepflanzte Bedeutungen", denen das "Gespür für das Eigenleben des Be- und Geschriebenen" fehlt. Das ist schade, meint Wild, dem der Anspruch, "die Geschichte einer Liebe mit der Geschichte einer Zeit zu verknüpfen", gut gefallen hat. Schendel kann diesen Anspruch nicht einlösen, so Wild abschließend, und er fügt versöhnlich hinzu, dass "ein höherer Anspruch wohl kaum zu wählen ist".
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