Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Andreas Schendel

Fluchtpunkt

Geschichte einer Liebe

Cover: Fluchtpunkt

Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2002
ISBN-10 3312002974
ISBN-13 9783312002979
Gebunden, 312 Seiten, 10,00 EUR

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Klappentext

Paris 1936. Er rettet sie aus einer Ausstellungseröffnung, sie hilft ihm durch den Platzregen, und so verlieben sie sich: die junge Malerin Signe aus Norwegen und der Ire Samuel Weldon. Aber auch wenn Paris die Stadt der Liebe ist, sind die Zeiten nicht eben rosig, beide leben illegal dort und haben kaum Geld. Dennoch scheint ihr Glück perfekt, als ihnen ein kleines Mädchen anvertraut wird, die 7-jährige Nachbarstochter Bekka. Als im Juli 42 Bekkas Onkel Monsieur Blum verschwindet und auch ihre kleine Wohnung zum Kriegsschauplatz wird, versuchen Sam und Signe für ein paar Wochen, den Atem anzuhalten. Bis ihnen nur noch die Flucht bleibt ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.09.2003

Zwiespältig positiv, wenn man so will, beurteilt Rolf-Bernhard Essig den neuen Roman des jungen Autoren Andreas Schendel - viel versprechend, aber vorerst nicht alles einlösend. Trotzdem, berichtet Essig, erreiche die verschachtelte Geschichte um einen Iren, eine Norwegerin und ein jüdisches Mädchen während der Nazizeit eine solche Intensität, dass er nachts davon träumte. Dies vor allem im letzten Drittel, das die sprachlichen Unausgegorenheiten, die zuweilen überstrapazierten Symbolismen und die vereinzelten sachlichen Fehler, von denen die vielperspektivische Erzählung durchsetzt ist, vergessen lasse. Da nämlich nehmen "Tempo und Dramatik" zu und Schendels literarische Qualitäten befinden sich mit dem geschilderten Leid "auf Augenhöhe". Fazit: Viel Grund zur Kritik, aber auch zur Verheißung.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2002

Ziemlich beeindruckt ist die Rezensentin Christiane Schott von diesem neuen Buch des jungen Autors und sieht darin eine echte Weiterentwicklung gegenüber seinem auch schon gelungenen Debüt "Leuchtspur". Diesmal gehe Andreas Schendel noch weiter zurück in die Vergangenheit und sprenge "die Grenzen seiner persönlichen Erinnerung". Schauplatz seiner Geschichte sei Paris zur Zeit des Nationalsozialismus, und das Motiv, das sich durch diese Erzählung ziehe, "der Verlust der Illusionen und die Unmöglichkeit des Verschmerzens". Schendel hat seine Erzählung nicht stringent chronologisch aufgebaut, schreibt Schott, sondern er arbeite mit der Montagetechnik, was ihm sehr gut gelinge, "er suggeriert Authentizität und erzeugt zugleich Spannung und Beklemmung". Ihr einziger Kritikpunkt ist, dass der Autor, wenn es um das im Zentrum der Geschichte stehende Kind geht, zu einer "Überdosis Drolerie" und "zur Kolportage neigt".

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.07.2002

Viel vorgenommen hat sich Andreas Schendel da, findet Rezensent Thomas Wild. Sein Roman über eine kinderlose und daher "beschädigte" Liebe im Frankreich der Résistance wolle gleichzeitig Liebesroman, Geschichtsroman über das besetzte Frankreich und die Judenverfolgung, "Roman über Erinnerung, Scham und Schuld" und Kriminalroman sein. Da wundert es den Rezensenten nicht, dass der Text sowohl "inhaltlich" als auch "formal" "heillos überfrachtet" ist. Die "Vielzahl der Orte, Ereignisse, Zeitebenen und Erzählformen" führe eher zu Verwirrungen und Ungereimtheiten. Auch die vielen Verweise wollen dem Rezensenten partout nicht schmecken. Er sieht darin eher eine "Lernzielkontrolle für exaktes Lesen" und ärgert sich über schulmeisterhaft "eingepflanzte Bedeutungen", denen das "Gespür für das Eigenleben des Be- und Geschriebenen" fehlt. Das ist schade, meint Wild, dem der Anspruch, "die Geschichte einer Liebe mit der Geschichte einer Zeit zu verknüpfen", gut gefallen hat. Schendel kann diesen Anspruch nicht einlösen, so Wild abschließend, und er fügt versöhnlich hinzu, dass "ein höherer Anspruch wohl kaum zu wählen ist".

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Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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