Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Lothar war Pilot - bevor es geschah. Seine Frau Ruth war damals Stewardess, nun hilft sie in der Telefonseelsorge, damit es wenigstens anderen besser geht. Ihr Sohn Merten glaubt, als Einziger zu wissen, warum sein Bruder ermordet wurde. In der Familie Wilber klafft eine Lücke. Man redet nicht über Jakob und über den Grund, warum er nicht mehr da ist. Am Tag der Verurteilung des Mörders zünden sie eine Kerze an und warten, bis der Anruf kommt: Lebenslänglich. Nachts liegen die Eltern nebeneinander, und die Mutter fragt: "Bist du erleichtert?" - Nein. Andreas Schäfer erzählt luzide und souverän die Geschichte eines Traumas und seiner Folgen. Sie lässt den Leser nicht mehr los.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.03.2010
Als Versuchsanordnung eines interessierten Vierzigers, der schauen möchte, ob die Ehe mit fünfzig noch was taugt, will Meike Fessmann Andreas Schäfers neuen Roman dann doch nicht verstehen. Virtuos, gerade nicht psychologisierend, erscheint ihr Schäfers Inszenierung eines Familientraumas. Präzise liest sich das für sie in Schäfers Sprache. Einfühlsam vor allem zeigt der Autor unserer Rezensentin die der Hilflosigkeit entspringenden Verfehlungen im familiären Zusammenhang. Und dann ist da noch dieses Geräusch, ein Sirren oder Rauschen unter der eleganten Sprachoberfläche, für Fessmann eine körperlich spürbare Spannung, etwas äußerst Beunruhigendes, auf die Familienkatastrophe Hinweisendes, bloß angedeutet, aber ungeheuer wirksam.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2010
Anja Hirsch wird nicht fündig in diesem Roman von Andreas Schäfer. Ein Geheimnis sucht sie bis zum Schluss vergebens. Die solide Bauweise des Textes, der den verhaltenen Bewegungen der Figuren, einer Familie nach einem schweren Schicksalsschlag, bis in die Syntax hinein folgt, wie Hirsch feststellt, genügt der Rezensentin nicht. Die "Gesamtlähmung" der Trauer ums Taunus-Haus leuchtet ihr allzu rasch ein. Und ist das Personal nicht doch etwas zu schematisch? Hirsch vermutet, dass der Autor dem Text einfach zuviel von seiner Strategie der Gleichförmigkeit einschreibt, bei aller Aufmerksamkeit für Gesten und Geräusche.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.02.2010
Gute Noten gibt Christopher Schröder dem zweiten Roman des Berliner Kritikers und Autors, der sich um die Folgen dreht, den der gewaltsame Tod eines Achtzehnjährigen für seine Familie hat. Deshalb findet Schröder bereits den simplen Titel ausgesprochen subtil, in dem der Verlust als Leerstelle unbemerkt eingeschrieben ist. Auch die übrigen leisen Töne des Buchs, die Andeutungen möglicher Motive für den Mord, die Einzelbilder von Stimmungslagen in der Familie "vier Jahre danach" beeindrucken den Kritiker sehr: "kurze Einblicke in ein traumatisiertes Leben", wie er schreibt. Am meisten kann Andreas Schäfer beim Kritiker mit seinen vielperspektivischen Schilderungen punkten sowie einer stimmigen Mischung aus Atmosphäre und erzählerischer Distanz.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








