Bücherschau der Woche
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Andreas Malycha schildert in seiner Biografie der SED - von ihrer Gründung bis zum 17. Juni 1953 -, wie sich stalinistische Herrschaftsstrukturen in der Partei entwickelten, sich in verschiedenen Entwicklungsschritten etablierten und schließlich durchsetzten. Dabei rückt auch das Vorgehen gegen innerparteiliche Dissidenten und deren politsche Ausschaltung ins Blickfeld.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2000
Über die SED ist zwar schon viel geschrieben worden, bemerkt Jochen Staadt, doch die vorliegende Untersuchung findet er deshalb außergewöhnlich, weil ihr Autor selbst zu den "Eingeweihten im Braintrust der SED" gehörte. In seinem Buch vertrete Malycha überzeugend die These, dass die Stalinisierung der SED nicht als Reaktion auf den Kalten Krieg zu verstehen sei, sondern bereits mit der Fusion mit der KPD 1946 einsetzte. Der Rezensent bedauert allerdings, dass der Autor sich allzu ausschließlich auf die SED konzentriert und das "Leben außerhalb der SED" nicht in den Blick gerückt wird. Das ist "schlechthin ein Manko", meint Staadt. Des weiteren hätte er sich gewünscht, die Rolle der ehemaligen Nazi-Mitläufer in der Partei beleuchtet zu sehen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.08.2000
Ausführlich nachvollzogen hat Manfred Wilke in seiner Rezension die Erzählung des Buches über die Stalinisierung der SED: wie es von der Dominanz der aus dem Moskauer Exil heimkehrenden KPD-Funktionäre zur Zwangsvereinigung mit der SPD kam, wie sich durch personelle Kontinuität die innerparteiliche Diktatur zur Staatsdiktatur entwickelte und durch straffe Zentralisierung auch im wirtschaftlichen Bereich am Ende alles im "koordinierenden Machtzentrum" des Zentralsekretariats unter Walter Ulbricht zusammenlief. Die Gliederung des Buches, so Wilke, vollzieht die Chronologie dieser Ereignisse nach und in vieler Hinsicht ist der Rezensent einverstanden mit dem Autor. Er kritisiert jedoch, dass die sowjetische Deutschlandpolitik allzu sehr im Hintergrund bleibt und dies manches Mal zur Erkenntnisschranke wird. Am Beispiel der Vorgänge um den 17.Juni 1953 macht der Rezensent deutlich, was er meint: eben weil die SED "zur Sicherung ihrer Macht" auf den militärischen Schutz der Sowjetunion angewiesen war, musste sie mit dem Wegfall dieses Schutzes 1989 auch notwendig selbst fallen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.07.2000
Hermann Weber behandelt das Buch von Andreas Malycha über die SED mit viel Respekt. Der in der DDR aufgewachsene Historiker hat sich seit der Wende insbesondere mit der Gründungsgeschichte der SED beschäftigt und im Rahmen dieser Tätigkeit Zugang zu lange geheim gehaltenen Archivmaterialien auch auf Bezirks- und Länderebene erhalten. Was der Autor dabei herausgefunden hat, schreibt Weber, sei nicht unbedingt neu, werde aber detailliert nachgewiesen und kenntnisreich analysiert. Ein Punkt überraschte den Rezensenten dennoch. Der Autor kam nach genauem Quellenstudium zu der Einsicht, dass der Transformationsprozess der SED zur Einheits- und Kaderpartei nach sowjetischem Vorbild früher eingesetzt hat als vermutet: nämlich bereits nach Kriegsende und nicht erst 1947/48.
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