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Klappentext
Aus dem Russischen von Irina Nowak. Nachwort von Benjamin Korn.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2002
Es ist schon erstaunlich, was immer noch aus den "Schubladen sowjetischer Dissidenten" zum Vorschein kommt, meint Stefanie Flamm. So jüngst "Babij Jar", das Lebenswerk des 1976 in London verstorbenen russischen Schriftstellers Anatolij Kusnezow. Der Autor hatte das Massaker an den Juden von Kiew in der "Weiberschlucht", wo die Nazis an einem Tag 70.000 Menschen erschossen hatten, als Kind mitangesehen und fortan nie vergessen. Dabei war es dem Autor, so Flamm, wichtig, alle Facetten dieser ungeheuerlichen Tat mitzuteilen, auch die, die in der Sowjetunion verschwiegen wurden, wie etwa den russische Antisemitismus und die Kollaboration der Bevölkerung mit den Nazis. Und so werde hier, kündigt die Rezensentin an, nichts ausgespart, auch nicht die "Wonnen des Plünderns". Der "dokumentarische Roman" sei ein vielschichtiges "Panorama der deutschen Besetzung der Ukraine", erkennt Flamm an, wenn gleich Kusnezows "naives Vertrauen in die Wahrhaftigkeit" das Werk an manchen Stellen "schwer lesbar" mache. So würden eine Reihe von Quellen unhinterfragt dokumentiert, dafür komme aber so ziemlich jeder zu Wort, der Zeugnis über Babij Jar ablegen könne, lenkt die Rezensentin ein.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.11.2001
Für Ulrich M. Schmid handelt dieser "umfangreiche Bericht" gleich von zwei Katastrophen: "von der perfiden Tötungsmaschinerie der Nazis und von der menschenverachtenden Ideologie der Sowjetunion." Der auffallenden Untertitelung des Buches als "Roman-Dokument" trägt der Rezensent dadurch Rechnung, dass er auf das "programmatisch Kunstlose" der Erzählweise (keine Spannungsbögen, keine emotionale Ausgestaltung einzelner Szenen) und auf die Authentizität des Niedergeschriebenen hinweist, auf der der Autor selbst dann noch besteht, "wenn die dargestellten Gräueltaten in die Phantastik blutiger Horrorgeschichten abzugleiten drohen". Besonders hervorheben möchte Schmid ferner das verdienstvolle Durchbrechen des Schwarzweißschemas (das Eigene ist das Gute, das Fremde das Böse) des offiziellen sowjetischen Geschichtsbilds sowie den Umstand, dass die nun vorliegende Ausgabe die "offizielle Lektüre" des Romans rekonstruiert, indem sie den Text der Zeitschriftenausgabe von 1966 durch die von der Zensur gestrichenen Passagen und spätere Zusätze ergänzt.

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