Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Amitav Ghosh

Der rauchblaue Fluss

Roman

Cover: Der rauchblaue Fluss

Karl Blessing Verlag, München 2012
ISBN 9783896673602
Gebunden, 720 Seiten, 24,99 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Barbara Heller und Rudolf Hermstein. Kanton 1838. Über den sagenumwobenen Perlfluss gelangen Glückssucher und Abenteurer aus aller Welt in die chinesische Hafenstadt: Für den jungen Maler Robin Chinnery ist die pulsierende Metropole der ideale Zufluchtsort, um den Heiratsplänen, die seine Mutter für ihn hat, zu entkommen. Der britische Botaniker Fitcher Penrose ist in Begleitung seiner jungen Assistentin Paulette unterwegs nach Kanton, um dort nach einer geheimnisvollen Kamelienart zu suchen, der wahre Zauberkräfte zugesprochen werden. Und der indische Kaufmann Bahram Modi erhofft sich mit der größten Ladung Opium, die er je von Kalkutta nach Kanton transportiert hat, das Geschäft seines Lebens. Es sieht so aus, als würden die Dinge gut für ihn anlaufen, denn man beruft ihn in die Kantoner Handelskammer. Doch dann beginnen die autoritätseinflößenden Mandarine den ausländischen Kaufleuten auf den Leib zu rücken, denn der chinesische Kaiser will den Handel mit Opium verbieten. Und plötzlich stehen alle Zeichen auf Krieg ...

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Amitav Ghosh: "Der rauchblaue Fluss" - Leseprobe bei Blessing

Leseprobe beim Perlentaucher

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2013

Martin Kämpchen freut sich jetzt schon auf den Abschluss der mit dem vorliegenden Band fortgeführten Ibis-Trilogie. Dass Autoren wie Amitav Ghosh mit ihrem ungebrochenen realistischen Erzählen ein nostalgisches Bedürfnis in uns stillen, lässt er gerne gelten. Wem es wie Ghosh gelingt, die Eingemeindung der Sklaven in Mauritius und den Opiumhandel in Bombay in einer Geschichte derart lustvoll und detailreich zu verzahnen, den Blick des Anthropologen auf gesellschaftliche Zusammenhänge und Konstellationen mit der Fantasie des Schriftstellers so gekonnt in Einklang zu bringen, der darf das, suggeriert Kämpchen. Zwar droht der Rezensent im Wirrwarr der Handlungsstränge und Figuren mehr als einmal die Übersicht zu verlieren, die Suggestivkraft von Ghoshs Prosa und ihre sprachliche Vielfalt (Hut ab vor den Übersetzern, meint Kämpchen) hält ihn allerdings fest wie ein Supermagnet.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.12.2012

Rezensentin Sabine Vogel muss dieses "in Sprachbildern aufgepinselte Genre-Gemälde" erst einmal sortieren. Weite Teile ihrer Rezension verwendet sie darauf, das überbordende Wirrwarr an Personen und die Konstellationen, in denen diese sich bewegen, zu entknoten. Offenbar macht es der von Vogel zwar geschätzte indische Schriftsteller Amitav Ghosh seinem Lesepublikum alles andere als leicht, sich in dieser im 19. Jahrhundert in China rund um die Manöver zur Eindämmung des Opiumschmuggels situierten, an Figuren, Dingen und Bewegungen überschäumenden Geschichte zu orientieren, wie die Rezensentin auf der Suche nach dem dramaturgischen Faden mit Anzeichen von Erschöpfung schließlich einräumen muss. Allein auf weiter Flur fragt sie sich schließlich (wenn dabei auch etwas ratlos wirkend), ob nicht vielleicht gerade dies das Ziel des Romans gewesen sei.

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Amitav Ghosh

Amitav Ghosh wurde 1956 in Kalkutta geboren und lebt heute in New York. Zu seinen mehrfach preisgekrönten Romanen und Sachbüchern gehören "Bengalisches Feuer oder Die Macht der Vernunft", "Schattenlinien" und ... mehr lesen

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