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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Ekkehard Rolle. Mit 16 Seiten Abbildungen und Diskografie. Janis Joplin ist die weibliche Ikone der Rockmusik der sechziger Jahre. Die Fachmedien feierten sie als Messias, die bürgerliche Presse empörte sich über die extrovertierten Shows und ihre ungezügelte Lebenslust. Trotz oder vielleicht auch wegen ihres Ruhmes erlebte Janis Joplin Zeiten der Einsamkeit, Leere und Entfremdung. Alkohol und Drogen machten sie "zu einer tragischen Heldin auf der Bühne der Jugend" (Time). 1970 wurde sie tot in einem Hotelzimmer in Hollywood aufgefunden - gestorben an einer Überdosis Heroin. Ihr einsames Ende, vergleichbar mit dem Tod von Jim Morrison oder Jimi Hendrix, war der traurige Abschluss eines selbstzerstörerischen Lebens voll Emotionalität und Aggressivität. Alice Echols hat für diese Biografie vier Jahre lang recherchiert und Interviews geführt. Sie geleitet ihre Leser durch das Leben und die Erfolgsgeschichte von Janis Joplin und spürt der Zeit von "sex, drugs and rock `n` roll" nach.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.03.2001
Auf den ersten Blick haben die beiden Neuerscheinungen über Marilyn Monroe und Janis Joplin, die Yaak Karsunke vorstellt, viel Gemeinsames: Beide kreisen um das Leben von Frauen, die Massenidole waren und im Selbstmord endeten. An diesem Punkt scheinen sich aber die Gemeinsamkeiten bereits zu erschöpfen, und dies betrifft, erläutert der Rezensent, sowohl den Ansatz wie die Bewertung der beiden Bücher.
1) Joyce Carol Oates: "Blond" (S. Fischer)
Karsunke weist darauf hin, dass Oates ihr Buch über die Monroe als Roman deklariert, der sich ihrem Innenleben nähern wolle. In Wahrheit aber sei es eine der vielen schlechten Biografien, die das Sexsymbol als bloßen Köder missbrauche, nichts anderes also als "eine weitere Vermarktung eines zum Markenzeichen degradierten Menschen".
2) Alice Echols: "Janis Joplin" (Wolfgang Krüger)
Ganz anders das Buch von Alice Echols. Hier wird, findet Karsunke, eine Janis Joplin vorgestellt, die dem hinreichend bekannten Bild dieser Frau zu widersprechen scheint. Damit werde auch das Bild der Protestbewegung der sechziger Jahre in den USA fragwürdig. Karsunke hebt besonders hervor, dass Echols die durchaus bürgerlichen Sehnsüchte der nur als Proteströhre wahrgenommenen Rocksängerin darstellt. Dabei zeige sich auch, wie stark die damalige Protestbewegung der Gesellschaft, die sie bekämpfte, verhaftet geblieben war.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.01.2001
Susanne Messmer bespricht zwei Biografien der Sängerin Janis Joplin, wobei sie bedauernd feststellt, dass die Frage, warum ihre Musik trotz ihrer enormen Berühmtheit keine Nachfolger gefunden hat, in keinem der Bücher näher beleuchtet wird.
1.) Alice Echols: "Janis Joplin. Piece of My Heart"
Die Rezensentin lobt die kalifornische Historikerin für ihre "sorgfältige Recherche" und findet besonders die Passagen des Buches besonders "aufschlussreich", die sich mit dem "Umfeld" beschäftigen, in dem Joplins Platten entstanden sind. Allerdings "verzettelt" sich die Autorin in ihren Bemühungen um eine vielschichtige Darstellung häufig und macht so das Zurückblättern nötig, um die vielen genannten Personen der Biografie einordnen zu können, klagt Messmer.
2.) Heinz Geuen: "Hemmungslos das Leben spüren. Janis Joplin"
Diese Biografie wird von der Rezensentin kürzer behandelt und schärfer kritisiert. Sie tadelt den Autor für seine "gestelzten" Formulierungen und findet, dass vieles zu knapp ausgeführt wird, um ein tieferes Verständnis zu erreichen. Lobend erwähnt sie jedoch die "wohltuende Distanz" die sich aus der Perspektive des europäischen Außenstehenden auf die amerikanische Sängerin ergibt. Es gefällt ihr auch, dass der Autor die politischen Hintergründe benennt, in der die Musik entstanden ist, auch wenn Politik in Joplins Leben "keine Rolle spielte".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.12.2000
Jenny Zylka erläutert dem Leser zunächst, dass es sich hier um eine Biografie "aus feministischer Perspektive" handelt. Besondere Erwartungen hatte die Rezensentin angesichts der zahlreichen Joplin-Biografien offenbar nicht, allerdings hat sie schnell festgestellt, dass hier "tatsächlich mehr als die alten Geschichten" zu lesen sind. So habe die Autorin intensiv in Joplins privatem und familiären Umfeld recherchiert, was dem Leser neue Aspekte eröffnet. Als Beispiel nennt die Rezensentin ein Bild von der Kleinstadt Port Arthur im "miefigen Texas", in der Joplin aufgewachsen ist. Vor allem aber geht es, so Zylka, um die Probleme der Sängerin mit ihrem Aussehen. Pickelig und kleinbusig hatte Joplin Ende der fünfziger Jahre nicht nur in der High-School einen schweren Stand, was nach Echols nicht nur zu erheblichen Minderwertigkeitsgefühlen führte, sondern auch Joplins Sympathie für Außenseiter stärkte. Auch bei ihrer Vorliebe für die Musik der Schwarzen, dem Blues, habe dies letztlich eine Rolle gespielt, referiert die Rezensentin weiter. Das Buch erscheint ihr aufgrund des Detailreichtums zwar anfangs etwas überladen. Doch insgesamt entwickele sich die Biografie nach und nach "zu einem Ganzen, das man versteht". Auch der komplizierte Charakter Joplins wird nach Zylka in diesem Buch gut erfasst und plastisch vermittelt. Und nicht zuletzt werde deutlich, wieso Joplin so schockierend und irritierend auf Männer wie auf Frauen gewirkt hat. Nach Zylka schließt die Autorin mit diesem Buch eine Lücke, weil sie die feministischen Zusammenhänge deutlich macht, ohne dabei "dogmatisch, lamoryant oder entschuldigend" zu sein.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2000
Es gibt bereits ein halbes Dutzend von Joplin-Biografien, meint Stewart O`Nan, und nun gebe es eine mehr, die auch nicht viel besser oder schlechter sei als die anderen. Gelungen findet er die Kapitel über Joplins Kindheit in Texas und ihre ersten Jahren in San Francisco, in denen sie sich von ihrer bürgerlichen Vergangenheit befreit. Problematisch wird es für ihn ab dem Moment, wo die `Biografie zur Pathologie` gerät, wenn sich die nach Anerkennung süchtige Sängerin in sexuelle Abenteuer, Drogen- und Alkoholexzesse stürzt. Die Autorin liste unablässig Joplins Eskapaden auf und verfalle dabei dem üblichen Klischee vom einsamen drogenabhängigen Rockstar, schreibt O`Nan. Darüber hinaus habe Echols nichts Neues zum Kulturklima der damaligen Zeit beizutragen. Herangezogen würden bekannte Quellen, während sie die Befragung oder den Vergleich mit Musikern scheue, die in einer ähnlichen Lebenssituation steckten wie Joplin. Das Wichtigste aber, was Joplin hinterlassen hat, ihre Musik - die kommt O`Nan bei Echols ohnehin zu kurz.
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