Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Alfrun Gunnlaugsdottir

Im Vertrauen

Roman

Cover: Im Vertrauen

Steidl Verlag, Göttingen 2003
ISBN-10 3882438843
ISBN-13 9783882438840
Gebunden, 363 Seiten, 19,50 EUR

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Klappentext

Aus dem Isländischen von Andreas Vollmer. Eine Welt, die war und ist, fortbestehen wird" entwirft die Isländerin Alfrun Gunnlaugsdottir. Drei Erzählstränge, eine spätmittelalterliche Fabel, eine Geschichte vom ausgehenden 18. Jahrhundert und ein Beziehungsdrama aus der heutigen Zeit, sind in ihrem Roman zu einem Netz aus dunklen Begierden, Eifersucht, Verrat und Obsessionen verwoben.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2003

"Im Vertrauen" gesagt, murmelt der Rezensent laut und deutlich, dieser Roman der isländischen Autorin Alfrun Gunnlaugsdottir ist eine Qual. Da raunt und fabuliert es durch alle Mottenkisten isländischer Mythen, es gibt das Elfisch-Entrückte, die Tristesse, das Moos, alles was man sich unter Island vorstellen darf, stöhnt Christian Schüle. Drei Erzählstränge werden ausgeworfen und nebulös miteinander verflochten: eine Fabel aus dem späten Mittelalter, eine aus dem 18. Jahrhundert und eine Parabel auf das moderne Island mit einer obsessiven menage a trois. Alles bleibt in dunklen Andeutungen, kritisiert Schüle, die Figuren würden kaum charakterisiert, Orte nicht näher beschrieben, stakkatohaft, monoton und "gerne subjektlos" erzählt. Bestimmt ambitiös gemeint von der isländischen Literaturprofessorin, befürchtet Schüle. Aber für ihre Leser eine Zumutung.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2003

Verhaltenes Lob spendet Rezensent Walter Hinck dem neuen Roman der isländischen Erzählerin Alfrun Gunnlaugsdottir, der nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Für Hinck vereint "Im Vertrauen" traditionelle und moderne Elemente des Erzählens: über weite Strecken bleibe die Erinnerung an eine Literatur der Bauern und Fischer, an die Bilder einer herben, aber grandiosen Landschaft, an die Darstellung eines harten Lebenskampfes und unerbittlicher Leidenschaft, Eifersucht und Rache "atmosphärisch lebendig". Doch über die archaische Schicht, fügt Hinck hinzu, legten sich die Sedimente neuzeitlichen Lebens und neuerer Erzählweisen. Eine Mischung, die bisweilen etwas unausgegoren scheint. Der deutsche Leser, klagt Hinck, bewege sich in dem Roman manchmal wie in einem Irrgarten, einem Labyrinth von Namen, Ortswechseln und Handlungsfragmenten. Was, so mutmaßt er, vielleicht auch an der mangelnden Vertrautheit mit isländischen Personennamen liege. "Viel Nebel liegt über der Landschaft", resümiert der Rezensent, "leider auch über der Romankonstruktion, und er lichtet sich erst zum Schluss."

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren