Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Isländischen von Andreas Vollmer. Eine Welt, die war und ist, fortbestehen wird" entwirft die Isländerin Alfrun Gunnlaugsdottir. Drei Erzählstränge, eine spätmittelalterliche Fabel, eine Geschichte vom ausgehenden 18. Jahrhundert und ein Beziehungsdrama aus der heutigen Zeit, sind in ihrem Roman zu einem Netz aus dunklen Begierden, Eifersucht, Verrat und Obsessionen verwoben.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2003
"Im Vertrauen" gesagt, murmelt der Rezensent laut und deutlich, dieser Roman der isländischen Autorin Alfrun Gunnlaugsdottir ist eine Qual. Da raunt und fabuliert es durch alle Mottenkisten isländischer Mythen, es gibt das Elfisch-Entrückte, die Tristesse, das Moos, alles was man sich unter Island vorstellen darf, stöhnt Christian Schüle. Drei Erzählstränge werden ausgeworfen und nebulös miteinander verflochten: eine Fabel aus dem späten Mittelalter, eine aus dem 18. Jahrhundert und eine Parabel auf das moderne Island mit einer obsessiven menage a trois. Alles bleibt in dunklen Andeutungen, kritisiert Schüle, die Figuren würden kaum charakterisiert, Orte nicht näher beschrieben, stakkatohaft, monoton und "gerne subjektlos" erzählt. Bestimmt ambitiös gemeint von der isländischen Literaturprofessorin, befürchtet Schüle. Aber für ihre Leser eine Zumutung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2003
Verhaltenes Lob spendet Rezensent Walter Hinck dem neuen Roman der isländischen Erzählerin Alfrun Gunnlaugsdottir, der nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Für Hinck vereint "Im Vertrauen" traditionelle und moderne Elemente des Erzählens: über weite Strecken bleibe die Erinnerung an eine Literatur der Bauern und Fischer, an die Bilder einer herben, aber grandiosen Landschaft, an die Darstellung eines harten Lebenskampfes und unerbittlicher Leidenschaft, Eifersucht und Rache "atmosphärisch lebendig". Doch über die archaische Schicht, fügt Hinck hinzu, legten sich die Sedimente neuzeitlichen Lebens und neuerer Erzählweisen. Eine Mischung, die bisweilen etwas unausgegoren scheint. Der deutsche Leser, klagt Hinck, bewege sich in dem Roman manchmal wie in einem Irrgarten, einem Labyrinth von Namen, Ortswechseln und Handlungsfragmenten. Was, so mutmaßt er, vielleicht auch an der mangelnden Vertrautheit mit isländischen Personennamen liege. "Viel Nebel liegt über der Landschaft", resümiert der Rezensent, "leider auch über der Romankonstruktion, und er lichtet sich erst zum Schluss."
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