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Alfred Lorenzer
Die Sprache, der Sinn, das Unbewusste
Psychoanalytisches Grundverständnis und Neurowissenschaften
Klappentext
Herausgegeben von Ulrike Prokop. Mit einer Einleitung von Bernard Görlich und einer Einführung von Marianne Leuzinger-Bohleber. Die in diesem Buch niedergelegten Überlegungen Alfred Lorenzers sind eine Art Resümee, ein "Vermächtnis" seines Verständnisses von Psychoanalyse. Sie beruhen auf Vorlesungen, die Lorenzer in Lateinamerika gehalten hat, wo sich das Interesse vor allem auf seine Ausführungen zum kollektiven Unterbewussten gerichtet hat. Ein zentraler Aspekt des Buches hat - von heute aus gesehen - Pioniercharakter: Es ist der darin reflektierte Dialog zwischen Psychoanalyse und den Naturwissenschaften. Lorenzer hat als einer der ersten Psychoanalytiker versucht, eine lebenslange Hoffnung Sigmund Freuds einzulösen: Neuere Erkenntnisse aus der Hirnforschung könnten dazu beitragen, psychoanalytische Prozesse auch naturwissenschaftlich zu erforschen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.09.2002
Für "verblüffend aktuell" hält Rezensentin Elisabeth Vorspohl die 1986 in Costa Rica gehaltenen Vorlesungen Alfred Lorenzers zur psychoanalytischen Metapsychologie, die um einen Dialog zwischen Psychoanalyse und Neurowissenschaften bemüht sind. Ausgehend von Freuds Studie "Zur Auffassung der Aphasien" von 1891 legt Lorenzer laut Rezensentin darin die naturwissenschaftliche Fundamente von Freuds Metapsychologie frei. Wie sie weiter ausführt, rekonstruiert Lorenzer die Vor- und Frühgeschichte der Psychoanalyse und die Anerkennung des Unbewussten als eigenständiges Wirkungssystem unter "konsequenter Berücksichtigung der naturwissenschaftlichen und der hermeneutischen Perspektive". Dabei beharre Lorenzer darauf, klinische Konzepte und Theorien an der "einzigen verfügbaren, umfassenden Theorie der Struktur und der Funktionsweisen des Psychischen", der Freudschen Metapsychologie, zu überprüfen. Vorspohl lobt den Autor für seine durchgängig klare Sprache und wünscht ihm eine "Reintegration" in die aktuelle Debatte. Anerkennend äußert sie sich auch über Bernard Görlichs Einleitung, die einen "fundierten Überblick" über Lorenzers Metapsychologie gibt, sowie über Marianne Leuzinger-Bohlebers "facettenreichen und informativen" Essay über Lorenzer.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.07.2002
Für das Buch "Die Sprache, der Sinn, das Unbewusste" spendet Hans-Dieter Gondek geteiltes Lob: In den Vorlesungen des Psychoanalytikers Alfred Lorenzer aus den achtziger Jahren sieht der Rezensent einen "prägnanten und vor allem gut lesbaren Querschnitt" durch Lorenzers wesentliche Themen. Von der Rekonstruktion der Freud'schen Psychoanalyse bis zur Theorie der sprachunabhängigen Sinnstruktur ist alles dabei, wenn auch für den Rezensenten nicht neu, wie er betont. Für kritisch - und "kühn" - hält Gondek es allerdings, dass Lorenzer durch die Einleitung zu einem Vordenker eines "Dialogs mit den Neurowissenschaften" ernannt wird. Denn wenn Lorenzer auch die naturwissenschaftliche Grundlage der Psychoanalyse betont habe, beziehe sich dies weniger auf die moderne Cognitive Science als auf die Abgrenzung zu Lacan und einem damals gruselig wirkungsmächtigen Marxismus.
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