Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Alexander Werner

Carlos Kleiber

Eine Biografie

Cover: Carlos Kleiber

Schott Verlag, Mainz 2008
ISBN-10 3795705983
ISBN-13 9783795705985
Gebunden, 590 Seiten, 29,95 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Für viele ist er der bedeutendste Dirigent des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Mit Sicherheit ist er der problematischste. Aufgewachsen mit der Bürde des Übervaters Erich Kleiber, rang er sein Leben lang mit seinem Anspruch auf Perfektion. Als einer der gesuchtesten Dirigenten überhaupt, akzeptierte Carlos Kleiber jahrelang keine feste Position. Die Zahl seiner Auftritte war gering, seine offizielle Diskografie minimal. Sein Charisma aber war legendär, seine Fangemeinde groß. Der Garant musikalischer Sternstunden blieb jedoch dem klassischen Musikbetrieb ein Rätsel.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2008

Ein großes Rätsel, ja sogar das Klischee eines solchen, war zeitlebens der Dirigent Carlos Kleiber womöglich auch sich, vor allem aber der Welt. Den Zugang zum engeren Familienkreis hat sich Kleiber für zukünftige Biografen verbeten, deshalb musste Alexander Werner unter Mitarbeitern und anderen Weggefährten recherchieren. Das Material, das er gesammelt hat, ist sehr umfangreich ausgefallen, ohne dass sich, stellt der Rezensent Daniel Ender fest, nun ein eindeutiges oder einheitliches Bild ergäbe. Was nicht zuletzt daran liege, dass manche der Äußerungen auf ihre Verlässlichkeit kaum zu prüfen sind. Ohne Zweifel steht fest, dass viele der von Kleiber gepflegten "Idiosynkrasien" mit dem schwierigen Verhältnis zum Vater, dem ebenfalls gefeierten Dirigenten Erich Kleiber, zu tun haben, in das die Biografie sich Licht zu bringen bemüht. Heraus kommt insgesamt, so Ender, ein "Mosaik unzähliger Fragmente", das zwar ganz gewiss nicht "die eine Wahrheit", aber doch Aufschluss über viele Züge des Carlos Kleiber bringt.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2008

Wolfgang Schreiber ist Alexander Werner dankbar, dass der sich mit eigenen Erklärungen zur schwierigen Künstlerpersönlichkeit von Carlos Kleiber zurückhält. Indirekt, indem er Zeitzeugen Hinweise geben lässt, deute Werner aber an, dass Kleiber zeit seines Lebens vom Vorbild des Vaters beeinflusst wurde. Das wurde ebenso übermächtig wie die Kritik am eigenen Tun, was sich in immer selteneren Auftritten und wachsender Kompromisslosigkeit manifestierte. Schon der Vater war nach Argentinien ausgewandert, weil er die nationalsozialistische Einmischung in die eigene künstlerische Arbeit nicht hinnehmen wollte. Schreiber fühlt sich über die Vorgänge und ihre Hintergründe ausreichend informiert, der Materialfluss schwillt manchmal sogar bis knapp an die Kapazitätsgrenze des Leserhirns an. Doch es fehlt eben auch nichts. Alles, was der Rezensent zu Kleiber wissen wollte, hat er hier erfahren.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren