Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Alexander Stille
Citizen Berlusconi
Klappentext
Aus dem Englischen von Karl-Heinz Siber. Am 26. Januar 1994 hielt Silvio Berlusconi, damals Italiens reichster Mann, Großgrundbesitzer und Medienfürst, eine Fernsehrede, die gleichzeitig in seinen drei privaten TV-Sendern ausgestrahlt wurde: Der Wirtschaftsboss erklärte den überraschten Italienern, er werde eine politische Partei gründen und für das Ministerpräsidentenamt kandidieren. Seine Rede hielt er bereits im Stil eines Ministerpräsidenten - nur hatte der Wahlkampf noch gar nicht begonnen. Berlusconi ist nicht der erste, aber der virtuoseste Spieler auf der Klaviatur der Medien. Die vierte Macht im Staate - er machte sie zur ersten und alles entscheidenden - in seinem Sinne natürlich. Alexander Stille schildert den Aufstieg Berlusconis zur Macht und die Mittel, die ihm dafür recht waren, aber er zeigt auch, dass der Gebrauch, den Berlusconi von den Medien machte, längst in der US-amerikanischen, von Oligarchen dominierten Politik etabliert war. Berlusconis Popularität in Italien beruht auch darauf, dass er das Klientelwesen, ein an die Familie erinnerndes Modell von Abhängigkeit, perfektioniert hat. Der italienische Staat wird als "italienischer Familienbetrieb" vom Padrone Berlusconi "zum Wohle aller" geführt - wie lange noch?
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Citizen Berlusconi - mehr zum Buch bei C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.04.2006
Ein überaus positives Urteil fällt Ralph Bollmann über Alexander Stilles Buch zur Karriere des Politiker-Unternehmers Silvio Berlusconi, mit dem seines Erachtens auch nach dessen Wahlniederlage zu rechnen ist. Bollmann unterstreicht, dass es sich bei dem Buch nicht um eine "eifernde Anklageschrift" handelt. Der Autor suche Berlusconis Aufstieg vielmehr aus dem Kontext der besonderen italienischen Verhältnisse heraus zu erklären. Interessiert folgt Bollmann den Ausführungen Stilles über Berlusconis Verbindungen zur Mafia und den Aufbau seines Medienimperiums. Auch wenn Stille letztlich keine neuen Fakten zu Tage fördert, hält Bollmann seine Darstellung für rundum gelungen. Vor allem weil Stille das bekannte Material in einer "bisher nicht bekannten Weise zu einem umfassenden und schlüssigen Tableau" anordne. So erscheint Bollmann das "negative Gesamturteil" über Berlusconi, zu dem Stille unweigerlich kommt, "umso überzeugender".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2006
Überaus aufschlussreich findet Thomas Schmid dieses Buch über die Karriere des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, das Alexander Stille vorgelegt hat. Er bescheinigt dem Autor eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Phänomen Berlusconi, die sich nicht in blindwütiger Kritik erschöpft. Wobei er nicht verschweigt, dass auch bei Stille letztlich "Kritik und ein wenig auch Abscheu eindeutig überwiegen". Aber für Schmid zeichnet sich das Buch vor allem durch die Entschlüsselung des "Betriebsgeheimnisses" Berlusconis aus. Als zentrale Einsicht des Autors sieht Schmid dabei, dass Berlusconi das alte Klientel-Italien nicht abgeschafft, sondern mit neuen Mitteln fortgesetzt hat. Überzeugt hat ihn zudem Stilles Darstellung von Berlusconis Firmenimperium mit all seinen Verästelungen, Verfilzungen und dunklen Kanälen. "Nach der Lektüre kann niemand mehr ernsthaft behaupten, Berlusconi sei ein Saubermann."
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.03.2006
Nicht unzufrieden zeigt sich Rezensent Henning Klüver mit Alexander Stilles kritischem Blick auf das Phänomen Berlusconi. Spürbar ist für ihn die Faszination, die Berlusconis Karriere vom Bauunternehmer zum Medientycoon und Politsuperstar auf den Autor ausübt. Er unterstreicht, dass sich Stille von Anfang auch für die Schattenseiten dieser Karriere interessiert, für die Suche nach Rückendeckung bei Politik und Mafia für krumme Geschäfte, den Ausbau seines Medienimperiums, die juristischen Verstrickungen. Dabei bewege sich Stille "sicher im breiten Mainstream der Berlusconi-Kritik". Auch wenn seine Berlusconi-Erkundung Klüver nichts Neues bieten kann, wertet er sie immerhin als "gut erzählt". Allerdings stört sich Klüver an zahlreichen Ungenauigkeiten und kleineren Fahler, die Stille unterlaufen sind.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.02.2006
"Sorgfältig recherchiert" und faktenreich schildere Alexander Stille den Aufstieg Silvio Berlusconis vom Bauspekulanten bis zum italienischen Ministerpräsidenten, lobt Heinrich Senfft. Nach der Lektüre hofft der Rezensent nun umso inbrünstiger, dass Berlusconi am 9. April nicht wieder gewählt wird. Als Erfolgsgeheimnis Berlusconis identifiziert Stille dessen unendliches Selbstbewusstsein und den unerschütterlichen Glauben an die eigenen Aussagen. "Schockierend und faszinierend" lese sich die Karriere des Medienmagnaten, besonders wenn Stille "sehr konkret" auf die Mafiakontakte von Berlusconi und seinem Tross zu sprechen kommt. Heinrich Senfft, der dachte, alles über den Selbstdarsteller Berlusconi zu wissen, hat dank Stille erkannt, "dass wir noch immer viel zu wenig wissen".

Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Alexander Stille
Alexander Stille, geboren 1957, hat in Yale und an der Columbia University studiert. Heute lebt und arbeitet er als freier Journalist in New York City und schreibt u.a. für The ... mehr lesen
Von Lesern empfohlene Bücher
Lemony Snicket: Das erstaunliche Ende
Aus dem Amerikanischen von Sabine Roth. Mit Fotos / Illustrationen von Brett Helquist. Nach … mehr lesen
Bücher zum gleichen Themenkomplex
Reinhardt, Volker: Machiavelli. oder Die Kunst der Macht. Eine Biografie


C. H. Beck Verlag, München 2011, ISBN 3406630170, Gebunden, 400 Seiten, 24,95 EUR
Volker Reinhardt legt mit diesem Buch die erste Biographie über Machiavelli seit Jahrzehnten vor. Er beschreibt dessen Kindheit und Jugend im Florenz der Renaissance, den Aufstieg zum Politiker und Diplomaten sowie sein Leben als Literat und von den Mächtigen verfolgter Provokateur. Das Ergebnis ist ein neues Bild von Machiavelli als einem Theoretiker... mehr lesen
Dahlheim, Werner: Augustus. Aufrührer, Herrscher, Heiland Eine Biografie


C. H. Beck Verlag, München 2010, ISBN 3406605931, Gebunden, 448 Seiten, 26,95 EUR
Werner Dahlheim führt den Leser in ein Zeitalter der Extreme (44 v. Chr. bis 14 n. Chr.), eine Epoche von abgründiger Gemeinheit und überwältigender Großmut, von Leid und Glück. Ihre ersten Jahrzehnte sahen die Machtkämpfe der Bürgerkriegsgeneräle, deren Herrschsucht und Geldgier Abertausende zum Opfer fielen und die der alten Republik den... mehr lesen
King, Ross: Machiavelli. Philosoph der Macht


Albrecht Knaus Verlag, München 2009, ISBN 3813503488, Gebunden, 287 Seiten, 19,95 EUR
Aus dem Englischen von Stefanie Kremer. Mit Abbildungen. Niccolo Machiavelli liebte das Leben, machte sich wenig Illusionen über die Natur des Menschen und verfolgte konsequent die Interessen seiner Heimatstadt Florenz. Ross King entwirft ein differenziertes Bild dieses ersten Realpolitikers der europäischen Geschichte. Machiavelli gilt als... mehr lesen
Kissel, Theodor: Kaiser zwischen Genie und Wahn. Caligula, Nero, Elagabal


Artemis und Winkler Verlag, Düsseldorf 2006, ISBN 3538072337, Gebunden, 219 Seiten, 19,90 EUR
Mit 37 Abbildungen. Eine neue Sicht auf die berühmt-berüchtigten Kaiser. Der eine machte sein Pferd zum Konsul, der andere besang das brennende Rom, und der dritte ließ seine Gäste unter einem Meer von Rosen ersticken. Caligula, Nero und Elagabal: Ihr provokantes und arrogantes Auftreten ließ die Senatsaristokratie vor Wut... mehr lesen
Barcelo, Pedro: Hannibal. Stratege und Staatsmann


Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3608943013, Gebunden, 319 Seiten, 22,50 EUR
In dieser spannend geschriebenen Biografie verfolgt Pedro Barcel den Lebensweg einer der aufregendsten Gestalten der Weltgeschichte: Neben den militärischen Leistungen Hannibals (247 -183 v. Chr.) schildert er zum ersten Mal die politischen Leistungen des Karthagers. Zugleich lenkt er dabei den Blick auch auf die welt politische Dimension seines... mehr lesen









