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Alexander Schalck-Golodkowski
Deutsch-deutsche Erinnerungen
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2000
Als "Persilschein in eigener Sache" liest der Rezensent mit dem Kürzel "eg." dieses Buch des ehemaligen DDR-Devisenbeschaffers, seinen Selbstrechtfertigungen aber mag er ganz und gar nicht folgen. Und was schlimmer ist: Er findet Schalck-Golodkowskis Systeme der Geldbeschaffung über die "KoKo" (die "kommerzielle Koordinierung") nicht mal so raffiniert, wie es früher immer hieß und beschreibt sie als simple Nothilfen für eine Wirtschaft, die nicht laufen wollte. Immerhin nimmt er aber an, dass immer noch DDR-Millionen in den Tresoren Schweizer und österreichischer Banken liegen. Moralisch verwerflich findet der Rezensent dabei nach wie vor, dass sich die DDR gerade auch humanitäre Leistungen gut bezahlen ließ. In einem Punkt aber, so der Rezensent, verschleiere Schalck-Golodkowski die Wahrheit nicht: Als der bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauss der DDR einen Milliardenkredit besorgte, half er auch nach der Interpretation des Autors den Kollaps des Systems zu verhindern.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.07.2000
Die Historikerin Annette Weinke nennt die Memoiren des einstigen Unterhändlers und Verwalters eines gigantischen Firmenimperiums der DDR in ihrer Besprechung schlicht "unverfroren". Grund dafür ist das rosa gefärbte Geschichtsbild Schalck-Golodkowskys, der sich im nachhinein zu einem Vorkämpfer der deutsch-deutschen Entspannung stilisiere, dessen Einsatz nicht entsprechend gewürdigt worden sei. Alles falsch, sagt Weinke, und wartet dann mit Fakten auf, die nicht im Buch stehen. Sie erinnert auch daran, wie gern sich die BRD von Schalck-Golodkowsky einspannen ließ und die Ereignisse von 1989 beinahe verschlafen hätte. Darum sei nicht auszuschließen, so Weinke, dass der Rechtfertigungsversuch "dieser biederen Kaufmannsseele auch im Westen Zuspruch findet".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2000
Peter-Jochen Winters skizziert zunächst den Werdegang Schalck-Golodkowskis, bevor er mit einiger Empörung auf seine Erinnerungen eingeht. Schon dass sich der Autor nicht als "Devisenbeschaffer", sondern als "Devisenerwirtschafter" der DDR verstanden wissen will, stößt auf Winters` Widerspruch. Punkt für Punkt geht er dann Schalck-Golodkowskis Selbstrechtfertigungen durch und verfolgt sie mit gerechtem historischen Zorn. Da ist etwa der Antiquitätenverkauf durch die "Kommerzielle Koordinierung", die dem Autor das Firmendach gab: Schalck-Golodkowski verteidige diese Selbstausplünderung der DDR zur Geldbeschaffung bis heute und verschweige, dass er dabei auch Existenzen vernichtete. Bei dem größten historischen Witz in Schalck-Golodkowskis Buch muss der Rezensent dem Autor allerdings zustimmen. Schalck-Golodkowski besorgte 1983 über Franz-Josef Strauß einen Milliardenkredit, ohne den die DDR schon lange vor 1989 zusammengebrochen wäre. Ausgerechnet Strauß hat das marode Regime gerettet!
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.04.2000
Nicht viel Gutes läßt Wolfgang Gast in seiner Besprechung an den Memoiren des einstigen DDR-Devisenbeschaffers Schalck-Golodkowski. "Ehrgeiz und Selbstgefälligkeit" machen sich laut Gast durchgängig bemerkbar. Die Schattenseiten, wie etwa der blühende Waffenhandel mit dem Iran und Irak, würden "ausgeblendet", und auch das der Freundschaft mit Franz Josef Strauß gewidmete Kapitel enthält keine neuen Erkenntnisse. Schalck-Golodkowski sei es mit Hilfe des einstigen "Bild"-Chefredakteurs Hermann Tiedje gelungen, sich als "Verlierer der Geschichte" zu stilisieren, meint Gast enttäuscht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.03.2000
"Ein weiteres Stück politischer DDR-Science Fiction", urteilt Udo Scheer über die Erinnerungen des ehemaligen Devisenbeschaffers, DDR-Unterhändlers und Staatssekräters Alexander Schalck-Golodkowski. Die "beachtlichste Leistung" des Buchs sei Schalck-Golodkowskis Werben um "Frieden mit den Tätern". Diese Stilisierung zum "Auch-Opfer", dass ohne Pass und Geld, um sein Leben bangend in den Westen flüchtet, stößt Scheer so übel auf, dass er sich dann doch die Mühe macht, Schalck-Golodkowski - obwohl er ihm ohnehin kein Wort glaubt - diverse Auslassungen oder Verdrehungen nachzuweisen. Wer dieses "peinliche Blendwerk politischer Verdrängungsgeschichte" nicht lesen mag, aber an echten Informationen über Schalck-Golodkowski interessiert ist, sollte, so Scheer, zu dem "so interessanten wie brisanten" Buch des Berliner Journalisten Andreas Förster greifen: "Auf der Spur der Stasi-Millionen. Die Wien Connection" (Argon Verlag 1998).
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000
Die Erinnerungen von Schalck-Golodkowski sind keine "Pflichtlektüre" - zu diesem Urteil kommt Wolfgang Hofmann in seiner Besprechung des Buches. Es biete keine neuen Erkenntnisse über das Phänomen DDR und komme dazu reichlich "kleinkariert" daher. Allerdings gesteht Hofmann dem Autor Ehrlichkeit zu, auch wenn unklar bleibt, wie diese sich mit dem Anschein der Aufgesetztheit verträgt, die er Schalk-Golodkowski im gleichen Atemzug unterstellt. Er hält dem Autor zugute, dass dieser sich zu seinen Aktivitäten in der DDR bekennt, ohne sie zu beschönigen, doch findet er einige Deutungen des Zeitgeschehens auch ärgerlich. Trotzdem bekennt der Rezensent, dass er sich mitunter beim Lesen sogar amüsiert habe, wie z.B. wenn Schalck-Golodkowski Pannen bei der Privilegienvergabe an DDR-Bonzen beschreibt. Alles in allem aber bleibe dieses Buch eines "überraschend Unpolitischen" eine "Schmonzette".
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