Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Alexander Pjatigorskij

Erinnerung an einen fremden Mann

Roman

Folio Verlag, Wien - Bozen 2001
ISBN-10 3852561884
ISBN-13 9783852561882
Gebunden, 271 Seiten, 19,43 EUR

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Klappentext

Aus dem Russischen und mit einem Nachwort von Erich Klein. "Wer war Michail Iwanowitsch?" Auf detektivische Weise und zwischen Dokumentation und Fiktion umkreist der Roman die schillernde Figur des M. I. Tereschtschenko (1886-1958): Der liberale Großbürger taucht um 1900 schlagartig in den Kreisen der vornehmen Welt von Moskau und Petersburg auf, beteiligt sich an einer Verschwörung gegen den Zaren und wird 1917 Mitglied der Provisorischen Regierung. Als Finanz- und Außenminister spielt er eine entscheidende Rolle in der Geschichte Russlands im Ersten Weltkrieg, die mit der Oktoberrevolution eine Wendung nimmt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.08.2002

Rezensent Ulrich M. Schmid verbindet seinen flammenden Verriss dieses Romans mit einer deutlichen Warnung an Professoren, der besonders unter russischen Intellektuellen grassierenden Krankheit der "Graphomanie" zu verfallen - also dem Zwang, neben der wissenschaftlichen Arbeit auch noch Romane zu verfassen. Allzu oft ende "der Ritt des Akademikers auf Pegasus im seichten Graben literarischer Konfektion". Auch der vorliegende Roman sei mitnichten so spannend, wie der Autor selber glaube, der seine Leser mit "endlosem Geschwätz über seine Lebensgeschichte" langweile. Damit dem Leser der letzte Zweifel über den Rang des Geschriebenen genommen wird, mutmaßt der aufgebrachte Rezensent, rücke sich der Autor auch noch in die Nachbarschaft von Proust, Borges und Nabokov. Hier sorgt dann die Ironie des Autorenschicksals beim geplagten Rezensenten doch noch für Erheiterung. Eines dieser Motti legt nämlich unfreiwillig den Grund von Pjatigorskijs Scheiterns als Schriftsteller selbst offen.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.12.2001

"Selbstverständlich vertrackt" ist der neue Roman des 1929 in Moskau geborenen und 1974 nach London emigrierten Schriftstellers Alexander Pjatigorskij, der im letzten Jahr dafür in Petersburg mit dem Andrej-Belyi-Preis ausgezeichnet wurde, berichtet Eske Bockelmann. Der Autor hat eine bewegte Biografie, weiß die Rezensentin. In der Emigration lehrte er altindische Geschichte in englischer Sprache, seine Bücher aber schreibe er in Russisch. Der Roman spiele im heutigen Russland, ohne es zu benennen, denn sein Protagonist sei der 1917 verschwundene Finanz- und Außenminister Michail Iwanowitsch Tereschtschenko, auf dessen Spuren sich der Erzähler begebe und feststellen müsse, dass sich aus den Gesprächen mit Zeitzeugen und Weggefährten kein ganz schlüssiges Bild ergebe, erzählt die Rezensentin. Aber das, verspricht sie, gerate nie zu einer zermürbenden Odyssee, sondern werde stets mit viel Witz erzählt.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren