Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Alexander Demandt

Sternstunden der Geschichte

Cover: Sternstunden der Geschichte

C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN-10 3406466494
ISBN-13 9783406466496
Gebunden, 334 Seiten, 12,90 EUR

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Klappentext

Schillers Wallenstein musste sich von Graf Illo, dem kaiserlichen Feldmarschall, vorwerfen lassen, die "Sternenstunde" zum Handeln zu versäumen. Gemeint war damit die günstige Konstellation von Umständen, die nur eines kühnen Entschlusses bedarf, um Großes zu bewirken. In diesem Sinne hat Stefan Zweig seine "Sternstunden der Menschheit" gestaltet. Während er sich aber in seinen Erzählungen auf die Dramatik im Geschehen beschränkte, ist bei der Auswahl und Darstellung der hier behandelten Ereignisse ein geschichtsphilosophisches Konzept unterlegt. Es geht um Vorgänge, die für das Zusammenleben der Menschen und Völker bedeutsam geworden sind, um Schritte auf dem Weg zu einer humaneren Gesellschaftsordnung oder um Ausblicke auf eine solche - Taten, die Entwicklungen zum Abschluss gebracht, in Gang gesetzt oder die Tore geöffnet haben, wie etwa Alexanders Einzug in Babylon, die Geburt Jesu in Bethlehem, die Hedschra - Mohammed stiftet den Islam, die Kaiserkrönung Karls des Großen, Kolumbus entdeckt Amerika bis hin zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und dem Fall der Berliner Mauer.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Sternstunden der Geschichte - mehr zum Buch bei C.H. Beck!

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.03.2001

Alexander Gallus gerät bei diesen 13 Sternstunden geschichtlicher Wendepunkte ins Schwärmen. Er rechnet es dem Autor hoch an, dass er auch die "Kehr- und Schattenseiten" der historischen Ereignisse mit reflektiert und die Darstellung zudem noch "frei von Pathos" ist. Das Buch, das zwischen dem Einzug Alexander des Großen in Babylon und dem Fall der Berliner Mauer mehr als 2000 Jahre überbrückt, sei eine "kleine Weltgeschichte", die zudem noch "schön erzählt" werde, so der Rezensent begeistert. Er findet es sehr gelungen, wie Demandt die Ereignisse stets in ihren geschichtlichen Zusammenhang einordnet und ist auch von dem "wohltuend nüchternen Kommentar" des Berliner Althistorikers äußerst angetan.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2001

Nach Arndt Brendecke wird der Autor seinem Anspruch, "en passant die Weltgeschichte zu erklären" hier nicht gerecht, allein schon wegen der Tatsache, dass zwar etwa der Mauerfall eine Rolle spielt, die "Toten der Weltkriege" jedoch - wie Brendecke erstaunt feststellt - hier nicht erwähnt werden. Doch wenn man diesen Anspruch beiseite lasse und Demant bei seinen "raffinierten Seitenblicken" folgt, sich auf seine Erzählungen und Deutungen einlässt, dann kann der Leser, so Brendecke, dieses Buch mit großem Gewinn lesen. Dem Autor gelingt es demnach nicht nur, bedeutende Persönlichkeiten und Dokumente im historischen Kontext zu beschreiben, sondern auch Mythen, etwa über Kolumbus oder Martin Luther, als solche zu enttarnen. Dabei lobt der Rezensent die Mischung zwischen Belehrendem und durchaus Unterhaltsamen in Demants Darstellung.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.02.2001

Große Männer machen nicht nur Geschichte, bisweilen sind auch große Historiker in der Lage, diese Geschichten unterhaltsam zu erzählen. Alexander Demandt gelingt dies nach Meinung des Rezensenten Reinhard Lebe in seinen "Sternstunden der Geschichte" vortrefflich. Gegenüber akademischen Belehrungen besteche Demandt durch seine eher "essayistisch-erzählerische Etappenreise". Es gelinge ihm, was nach Meinung des Rezensenten nur von wenigen Historikern gesagt werden kann, die "Leselust" eines zum historischen "Schweifen" aufgelegten Publikums anzuregen. Allerdings - wo viel Sonne ist, darf etwas Schatten nicht fehlen. Die Sternstunden, so Lebe, machen manche "Überstunde", in der die ein oder andere Episode "etwas breiig" ausgeführt wird. Dennoch sei das Buch durch und durch eine Werbung für die Historikerzunft und ihr Fach.

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26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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