Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Alex Garland

Das Koma

Roman

Cover: Das Koma

Goldmann Verlag, München 2004
ISBN-10 3442310814
ISBN-13 9783442310814
Gebunden, 158 Seiten, 16,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Rainer Schmidt. Was ist wirklich? Was ist Phantasie? Und ist das Leben mehr als nur ein langer Traum? Als Carl, ein junger Mann, eines Nachts mit der letzten U-Bahn nach Hause fährt, wird er Zeuge, wie vier Männer eine junge Frau belästigen. Er versucht, ihr zur Hilfe zu kommen, doch er wird brutal zusammengeschlagen - und erwacht erst nach einigen Tagen tiefer Bewusstlosigkeit im Krankenhaus. Etwas später darf er nach Hause zurückkehren, und dabei muss er eine schockierende Entdeckung machen. Denn die Welt, die ihn umgibt, ist ihm plötzlich fremd, und er hat das Gefühl, sich in einer beklemmenden Traumlandschaft zu bewegen, die ihm unerklärlich ist. Doch so verzweifelt er sich auch bemüht, aus dem Labyrinth, in das er geraten ist, herauszufinden - es scheint kein Entrinnen zu geben. Traum und Wirklichkeit sind so untrennbar miteinander verwoben, dass Carl sich heillos darin zu verlieren droht...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2005

Als Meisterwerk feiert Rezensent Andreas Obst das neue Buch von Alex Garland. Wie ein Vertreter den Inhalt seines Musterkoffers breite der amerikanische Autor darin eine ganze Reihe fulminanter Erzählkniffe aus. Grandios variiert findet Rezensent in dieser Novelle über einen Überfall in der U-Bahn, der für das Opfer im Koma endet, besonders den Schluss von Ambrose Bierces berühmter Kurzgeschichte "Zwischenfall an der Owl-Creek-Bridge". Um kein Spannungskiller zu sein, will Obst allerdings nicht detaillierter werden. Den Rezensenten begeistern an der Novelle Subtilität und "Wucht der leisen Erzählung". Auch die Sprache fasziniert ihn wegen der Beiläufigkeit, mit der sie sich "fast lässig, protokollierend" um Sachlichkeit der Darstellung bemühe, die für den Rezensenten in irritierendem Gegensatz zur Ungeheuerlichkeit des Geschilderten steht. Passend zur Dunkelheit, die sich "mit jeder Seite tiefer über die Erzählung legt", findet der Rezensent auch die scharfkantigen, expressiven Holzschnitte von Garlands Vater Nicholas im Buch.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.11.2004

Dieses Buch ist zwar laut Kolja Mensing weit weniger bestsellerverdächtig als das hollywoodgeweihte "The Beach" vom selben Autor, aber die Sympathien des Rezensenten gehören ihm trotzdem. Carl, der Held des Romans, verlässt nach einer Schlägerei das Krankenhaus wieder, doch allmählich verschwimmt alles in einem seltsamen, halluzinativen Nebel. Er begreift, dass er in Wahrheit noch im Hospital, im Koma liegt und sein ganzes Leben nur noch aus Träumen besteht. Am Ende fürchtet sich der komatöse Carl mehr vor dem möglichen Moment des Erwachens als vor der Weiterexistenz im Traumland. Die "bedrückende Atmosphäre" des Buchs wird durch "düstere Illustrationen" von Alex Garlands Vater noch verstärkt, konstatiert Mensing, der emphatisch propagiert: "Schlichter und schöner kann man wohl nicht davon erzählen, dass der Mensch dem Tod jeden Morgen ein Stück näher kommt: 'Du wachst auf, du stirbst.'"

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.11.2004

Der dritte Roman des britischen Autors Alex Garland, der mit seinem ersten Buch "The Beach" einen Sensationserfolg landete, ist bei der englischen Kritik durchgefallen, weiß Peter Henning. Er dagegen ist von diesem "irritierend schönen" Buch, in dem ein junger Mann ins Koma fällt und nach dem Erwachen Schwierigkeiten hat, sich wieder ins normale Leben einzufinden, begeistert. Das Buch werde von seinem Autor als "persönlicher Befreiungsschlag" verstanden, mit dem er sich von dem überwältigenden Bestsellererfolg seines Debütromans frei machen wollte und zugleich als "literarischer Substanznachweis" intendiert, erklärt Henning, dem das auch gelungen scheint. Er beschreibt "Das Koma" als "leises, zurückgenommenes" Werk, in dem der Leser durch die halluzinatorischen Wahrnehmungen der Hauptfigur Carl "wie über Nebelgrund" irrt. Was der Geschichte ihre "Spannung" verleiht, ist die "immer neu anschwellende Panik" Carls und die detaillierten Beschreibungen seiner "Physis und Psyche", preist der faszinierte Rezensent.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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