Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Englischen von Irmela Erckenbrecht. Mit ihrem Sohn Cameron will die junge Catherine alles soviel besser machen, als sie selbst es erleben mußte. Verständnis, Zuwendung - er soll vorbereitet in sein Leben hineinwachsen. Was macht es da schon, daß es materiell nicht zum Besten bestellt ist? Ihre Liebe zu ihrem Sohn ist wichtiger als alles andere. Mit dem plötzlichen Tod ihres Mannes jedoch muß Catherine erfahren, daß sich so leicht nicht der Vergangenheit entfliehen läßt. Allein mit Cameron und vor dem finanziellen Nichts, entdeckt sie eben die Züge tief in sich, deretwegen sie vor ihrem Vater geflohen ist. Wiederholt sich denn immer alles? Catherine begibt sich auf eine Reise zu sich selbst. Nach und nach scheint es ihr zu gelingen, eigene, neue Kräfte in sich zu entdecken, die stärker sind als die Mächte der Vergangenheit. Und möglicherweise einen Ausweg eröffnen. Alex Benzie schreibt auf eindrücklichste Weise über Mutterliebe und Familienbande, Traum und Wirklichkeit im Leben seiner Heldin Catherine, die erst nach und nach zu sich findet.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.12.2000
Friedhelm Rathjens Eindruck von Alex Benzies Roman ist durchwachsen. Zwar findet er, dass geduldige Leser am Schluss doch belohnt werden, aber bis dahin ist es ein weiter Weg. Auf weiten Strecken fehlt der Handlung seiner Meinung nach ein roter Faden, und auch die Charakterisierung der Protagonistin weist einige Ungereimtheiten auf. Der Autor "türmt so viele Einzelheiten aus Catherines Existenz auf, dass man zunächst Mühe hat, einen einigenden Fokus des Erzählten auszumachen". Trotz der fehlenden Zielrichtung hat der Autor für ihn definitiv erzählerische Qualitäten: "Unter dem Tüll der Beschreibungen ist die Schärfe zersplitternden Kristalls versteckt". Und teilweise hält Rathjen diese Unschärfen für beabsichtigt, denn Spiegeleffekte und Brechungen sind ein zentrales Motiv des Buches.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2000
Thematisch gibt es nicht viel Neues in diesem Buch, merkt die Rezensentin Alexandra Kemmerer zunächst an. Was dann aber die Ausführung der Geschichte um die Protagonistin Catherine angeht, gerät sie ins Schwärmen. Die Prosa des Autors sei von "atemberaubender Präzision", er finde "immer neue Bilder" - und doch entziehe sich die Heldin letztlich dem festlegenden Blick des Lesers. Ihre Entdeckung der "Camera Obscura" als Möglichkeit, zur Welt auf reflektierende Distanz zu gehen, reflektiert, so Kemmerer, selbst noch einmal die Methode des Autors. Der ganze Roman sei eine einzige "zeitintensive Direktbelichtung", bei der die Kamera die viel zu flüchtigen Bewegungen der Menschen zu literarischen "Geistererscheinungen" werden lässt. Darin aber sieht die Rezensentin ein kluges ästhetisches Prinzip der "Unvereinnahmbarkeit" der Figuren durch den Leser. Wer die Geduld zur Lektüre aufbringt, könne "unvergessliche Bilder" genießen.
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Krisen des modernen Ichs
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Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
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Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







