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Klappentext
Der bedeutendste Roman der italienischen Literatur ist jetzt in zeitgemäßer Übersetzung wiederzuentdecken. Die Geschichte des jungen Brautpaars Lucia und Renzo, das Jahrhundertwerk, das nach Goethes Wort "alles überflügelt, was wir in dieser Art kennen", wurde von Burkhart Kroeber neu übersetzt und kommentiert.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.03.2001
Franziska Meier interessiert sich in ihrer Rezension weniger für den Roman als vielmehr für dessen neue Übersetzung - die fünfzehnte des italienischen Klassikers. Den Roman selbst scheint die Rezensentin in schlechter Erinnerung behalten zu haben. "Unliebsames Pflichtprogramm" für Schüler und Studenten, ein eher schleppender Inhalt mit frommem Ende. Trotzdem fand Manzoni viele Bewunderer, darunter Goethe, berichtet Meier. Manzonis Sprache stieg zum "kanonisierten Vorbild für guten italienisch-florentinischen Prosastil" auf. Umso wichtiger ist demnach die Übersetzung ins Deutsche. Und die findet die Rezensentin abgesehen von einigen "neudeutschen Schnitzern" ganz außerordentlich. Burkhart Kroeber sei es gelungen, Manzonis Satzbau exakt zu übertragen. Und das ist kein leichtes Unterfangen, meint Meier. Denn den überlangen Sätzen des Autors sowohl einen nachvollziehbaren Inhalt als auch erzählerische Dynamik abzugewinnen, ist gerade für das heutige "kurzlebige" Verständnis des Schriftdeutschen besonders bewundernswert, lobt Meier. Einzig Kroebers Wunsch, der Leser möge mit dieser Übersetzung nun auch ihm geneigt sein, findet die Rezensentin albern und überzogen. Schließlich sei es Lesern und Rezensenten vorbehalten, dem Übersetzer für seine Arbeit Lob und Tadel zu spenden, resümiert eine ansonsten anerkennende Kritikerin.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.09.2000
Wer mehr über Alessandro Manzoni wissen will, ist mit der Rezension von Ute Stempel gut bedient. Denn in aller Ausführlichkeit beschreibt sie den Lebensweg des Schriftstellers und die Rezeptionsgeschichte des hochgelobten, "einzigen und einzigartigen" Romans, über den sich insbesondere Johann Wolfgang von Goethe und Hugo von Hoffmannsthal ihrerzeit überschwenglich positiv geäußert hatten. Und Stempel meint, der psychologische Realismus von Manzonis Charakteren sei bis heute in der italienischen Literatur unübertroffen (Titel der Originalausgabe: "I promessi sposi", erschienen 1827). Zudem habe Manzoni, sprachgeschichtlich gesehen, "beträchtlich innovativ" zur heutigen homogenen italienischen Literatursprache beigetragen. Nun liegt die 16. Übersetzung des historischen Romans von Burkhart Kroeber vor (die 15 vorangegangenen Übersetzungen hießen im Deutschen allerdings "Die Verlobten"). Mit dieser neuen Übersetzung ist die Rezensentin überhaupt nicht zufrieden. Manzonis teilweise redundante und umständliche Erzählweise nehme dem Roman so manchen Spannungsbogen. Und Kroebers "Bemühen um korrekte Wiedergabe der ausufernden Satzperioden des Originals" sowie die teilweise wortwörtliche Übersetzung macht den Roman so nicht lesenswerter. Erst recht nicht die "sklavische Beibehaltung der Partizipialkonstruktionen", denn die lassen den poetischen Rhythmus dieser Prosa im Deutschen stocken". Besonders verärgert ist Stempel aber über den Versuch des Übersetzers, den Roman an manchen Stellen sprachlich für unsere Zeit zu aktualisieren. Das belegt sie in ihrer Rezension reichlich mit Beispielen. Manzonis Klassiker könne man nicht zum "fix kosumierbaren Zeitgenossen" aufpeppen. Der Übersetzer hätte der beste aller 16 sein können, "wenn er uns peinliche Zugeständnisse an den Zeitgeist erspart hätte". Was also tun? Italienisch lernen und Manzoni im Original lesen!
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.05.2000
Laut Roland H. Wiegenstein hat sich Manzoni mit seinem Roman unsterblich gemacht. Noch heute kenne jedes Schulkind in Italien dieses Buch, das als erster realistischer Roman seines Landes gelte. Die "raffinierte" Erzähltechnik mit seiner abwechselnd retardierenden und gerafften Handlung, den Zeitsprüngen, den Wechsel von Ernst und Ironie findet der Rezensent noch heute "überwältigend". Die Neuübersetzung - die sechzehnte dieses Textes - habe den Roman aus dem 19. Jahrhundert "kräftig aufgefrischt", ohne auf Modewörter oder Neologismen zurückgreifen zu müssen. Der Übersetzer Burkhart Kroeber bemühe sich um eine größtmögliche Nähe zum Original, indem er sich an der Syntax Manzonis so eng wie möglich anlehne, seine eigentümlichen Zeitsprünge übernehme und zudem eine gute Lösung für die Anredeformen gefunden habe. Damit sei es Kroeber gelungen, den "Staub der Zeiten wegzublasen", der auf den bisherigen deutschen Ausgaben gelegen habe. "Man liest das Buch in dieser Ausgabe mit Vergnügen", stellt Wiegenstein schließlich zufrieden fest, und er könne jetzt begreifen, "warum `Die Brautleute` für italienische Leser so wichtig" sei.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.04.2000
Eine kleine Hymne singt Rolf Vollmann auf diese neue Übersetzung, die Manzonis großen Roman von einem "altfränkischen" Tonfall und allem "Staub der Gemächlichkeit" befreie. Hier wirke der Roman wieder und ziehe heutige Leser, die gegenüber so dicken und ehrfurchtgebietenden Klassikern Scheu empfinden, mit auf seinen "weiten Weg". Besonders schätzt Vollmann an Burkhart Kroebers Übersetzung, dass sie Manzonis lange Sätze auch lang läßt, statt sie zu zerstückeln, und dem Roman somit seinen Rhythmus wiedergebe. Auch den Verzicht der Hanser-Ausgabe auf die Original-Illustrationen von 1840 begrüßt der Rezensent - sie lenkten eine heutige Einbildungskraft ohnehin nur ab.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2000
Bekannter unter dem Titel "Die Verlobten" ist dieses Buch, das 1827 schon Goethe begeisterte, in neuer Übertragung von Burkhart Kroeber erschienen, hier hochgelobt von Lothar Müller. Wenn kürzlich durch Neuübersetzung aus "Schuld und Sühne" das sachliche "Verbrechen und Strafe" werden durfte, warum sollte da nicht auch durch die Bezeichnung "Brautleute" deutlicher auf das intime Versprechen und die am Ende erfolgende Hochzeit verwiesen werden als der Ausdruck "Verlobte" es tut, meint er gelassen. Der Rezensent hat sich ausführlich mit diversen Übersetzungen befasst und verweist kenntnisreich auf Unterschiede und editorische Entscheidungen der verschiedenen Editionen. Ebenso preist er Koerber für eine zupackende "Modernisierung des Tons", die, ohne den Kern der Erzählung anzugreifen, am Rande stattfindet und für neue Frische sorgt.
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