Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Spanischen von Gisbert Haefs. Sie haben anderes im Sinn, die alten und gegen ihren Willen weise gewordenen Männer dieses sich selbst überlassenen Hinterlands. Sie erschaffen ihre Vergangenheit, erzählen von überwundenen Gegnern, irregeleiteten Attentätern, »seidigen« Mädchen; sie erzählen in knappen, zeitraffenden Bögen oder in fahrigen Sprüngen, und immer ergibt sich ein ganzer Lebenslauf. Ihr Land ist ihnen eine Legende, an der mitzustricken ihre verdammte Pflicht ist. Eine weite Region am Ufer großer Flüsse, ein tropisches Amerika der unscharfen Grenzen, der alten Machtkämpfe und wilden Bekriegungen, des feuchtheißen Klimas, wo der Zerfall und die schwer greifbare Niederlage lauern. Eine grelle Vergangenheit, von den Geschichtsschreibern und den Machthabern ebenso immer wieder umgedeutet wie von den jungen Seminaristen und Guerrilleros; eine Gegenwart, die verwirrend anbrandet als sinnlicher Augenblicksgenuss, als Erfahrung der Hinfälligkeit oder der Vergeblichkeit. Vor diesem Hintergrund eines Lateinamerika, das sich nicht mehr hinter den Schleiern eines magischen Realismus verbirgt, entfalten sich Rossis sechs scharf umrissene Geschichten.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2001
Wer Augen habe, und einen Funken literarischer Fantasie, meint Rezensent Paul Ingendaay, der werde die Atmosphäre dieser Geschichten nicht so leicht vergessen. In ihnen hat der Rezensent außerdem sofort und auch später wirkende Ingredienzen ausgemacht. Zunächst war es die Sinnlichkeit von Rossis "literarischem Kammerton", die ihn betörte. Dann beeindruckte ihn ein Gesamtbild voller "Schwüle, Trägheit und den Gefühl der Vergeblichkeit", das sich erst bei " fortschreitender Leküre" aufbaute. Doch der Rezensent findet, Rossi komme zu spät. Wäre dies Buch vor dreißig Jahren erschienen, so Ingendaay, seinem Autor wäre ein Platz "an der Tafel der bedeutenden lateinamerikanischen Autoren" sicher gewesen. Ein etwas merkwürdiges Argument, angesichts der Tatsache, dass den Rezensenten die Qualität des Buches irritiert, die er angesichts der "dahergeplapperten Bücher" jüngerer Autoren "auf sonderbare Weise aus der Zeit gefallen" findet. Ins Deutsche findet er das Buch immerhin "klingend und anmutig" übersetzt.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.03.2001
Den Rezensenten mit dem Kürzel "ebl" lässt die Lektüre der sechs hier versammelten Prosastücke einigermaßen verwirrt zurück. Atmosphärisch dicht findet er sie allesamt, soviel verstehen wir, dann aber macht sich die Verwirrung auch in der Besprechung bemerkbar. Worum es geht? Um Historie resp. Wahrheit womöglich, um ihren Ursprung und ihren Sinn - vielleicht. Aber ganz bestimmt ohne politischen oder ideologiekritischen Hintergedanken, da ist sich "ebl" sicher. Und weil er jede dieser Geschichten auf "Gerede" zurückführen kann, hat "ebl" eine Idee: Kann sein, so spekuliert er - der Ursprung der Wahrheit, das ist die Plauderei. - Man könnte fast meinen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.01.2001
Hans-Jürgen Schmitts Urteil über den Band mit sechs Erzählungen ist zwiespältig. Einerseits lobt er die "kühle Schonungslosigkeit und die Knappheit der Schilderung", mit der Rossi häufig seine Texte entfaltet. Andererseits hantiert ihm der Autor manchmal allzu heftig mit einem "Feuer manieristischer Assoziationen". Das dient seiner Ansicht nach wenig der Erhellung der geschilderten Sachverhalte, sondern mehr dem Herausstreichen des intellektuellen Hintergrunds des Autors. Insbesondere dort aber, wo Rossi bestehende Entwürfe des "Heldentums, des Heroismus, des tropischen Nationalismus und des klassischen Machismus" parodiert, kann sich der Rezensent durchaus mit seinem "Manierismus anfreunden".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







