Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Französischen von Antje Pehnt. Eine Stadt ? irgendwo auf der Welt ? leidet unter der unumschränkten Herrschaft ihres Gouverneurs. "Recht und Ordnung" lautet seine Devise und daher hat das "Gesindel", politische Dissidenten inklusive, zu verschwinden. Doch seine Exzellenz hat nicht mit den heimtückischen Aktionen der Gruppe um Karim und Heykal gerechnet. Beide verkörpern den Typus des spottlustigen, humorvollen Revolutionärs, ihr Mittel, gegen den allgewaltigen Herrscher anzugehen, ist nicht das der Gewalt. Wohlwissend um die befreiende, also subversive Kraft des Lachens entwerfen sie eine Strategie der politischen Parodie; der Gewalt wird das Gelächter entgegengesetzt. "Gewalt und Gelächter" erschien erstmals 1964 in Paris.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.02.2001
Selten hat ein Titel so gut gepasst, meint Stefan Weidner über den bereits 1964 im Original erschienen Roman des ägyptisch stämmigen Cossery, Jahrgang 1913, dem zu Unrecht, wie der Rezensent anmerkt, keine große Anerkennung als Schriftsteller widerfahren ist. Im Mittelpunkt des Buchs, so Weidner, steht eine Gruppe anarchisch gesinnter junger Menschen, die die Übertreibung als dialektische Waffe im Kampf gegen das diktatorische Regime begreift und betreibt. Den so lebendig geschilderten Charakteren verdanke dieser "politologische Thesenroman", dass er nicht langweilig und nur gut gemeint wirke. Wer jedoch einmal einen Blick auf die Lobeshymnen eines Diktators wie Sassam Hussein geworfen habe, der weiß, meint der Rezensent, dass diese an Lächerlichkeit nicht zu überbieten waren - Übertreibung sei da kaum noch möglich. Wenn also die Wirklichkeit den Traum von der Lächerlichmachung mächtiger Regime längst eingeholt hat, so ist das Gelächter dennoch auch heute noch, bald 40 Jahre nach Entstehen dieses Romans, wohltuend und befreiend, schreibt Weidner.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.08.2000
Nach Hans-Peter Kunisch hat dieses Buch auch vierzig Jahre nach seinem ersten Erscheinen nichts von seiner Frische eingebüßt. Im Mittelpunkt stehe ein Revolutionär der besonderen Art: Heykals Methode, dem tyrannischen Gouverneur die Stirn zu bieten, besteht vor allem darin, diesen mit Plakaten so begeistert zu bejubeln, dass der Spott, der darin liegt, zwar deutlich wird, aber kaum verboten werden kann - für Kunisch ein "phantasievoll präsentiertes Lehrstück" des Autors. Revolutionäre des alten Schlags kommen, so der Rezensent, in diesem Buch nicht gut weg, ebenso die Frauen, die Cossery als autoritätsgläubig und opportunistisch schildere. Kunisch nutzt die Rezension auch gleich, um auf das Gesamtwerk des heute fast vergessenen, in Frankreich jedoch gerade neu entdeckten Autors aufmerksam zu machen. Cossery, der in Paris zwar engen Kontakt zu den Existentialisten hatte, aber wegen seiner "heiteren" Welt doch abseits stand, beeindruckt den Rezensenten nicht zuletzt durch die Erzähltechnik in "seinen Parabeln vom guten Leben".
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