Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

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Akten deutscher Bischöfe seit 1945

Westliche Besatzungszonen 1945-1947, 2 Bände

Cover: Akten deutscher Bischöfe seit 1945

Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2012
ISBN 9783506728692
Gebunden, 1496 Seiten, 216,00 EUR

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Klappentext

Bearbeitet von Ulrich Helbach. In Deutschland waren die Jahre zwischen 1945 bis 1947 geprägt von Ruinen und Trümmern, von Flucht und Vertreibung, von Besatzungsherrschaft und den Anfängen deutsch-deutscher Teilung. NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg hatten aber auch ein geistiges Vakuum hinterlassen, das sich in weiten Bevölkerungskreisen in Unsicherheit und mangelnden Vorstellungen über die Zukunft niederschlug. Die katholische Kirche war in ihren Amtsträgern und ihrer Organisation über die NS-Zeit hinweg weitgehend intakt und glaubwürdig geblieben. Gerade auf ihr ruhten darum viele Erwartungen. Zwischen der Last der Vergangenheit, dem Bemühen um Orientierung und der elementaren Not des Alltags suchten die deutschen Bischöfe Wege des Neubeginns nach der Katastrophe. Die Bischöfe sahen sich und die katholische Kirche aber auch selbst mit zahlreichen Herausforderungen und Hindernissen konfrontiert: der Unklarheit über die Weitergeltung der Konkordate, der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen mit unterschiedlicher politischer Ausrichtung, den Unsicherheiten über die außen- und innenpolitische Entwicklung, den begrenzten Möglichkeiten der Kontakte nach Rom und ins Ausland.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2012

Willkommen im politisch-ideologischen Wolkenkuckucksheim, meint Damian von Melis angesichts der hier von Ulrich Helbach sorgfältig zusammengestellten Dokumente aus dem westdeutschen Episkopat. Der Band präsentiert die frühen Nachkriegsjahre in Deutschland aus Sicht der katholischen Würdenträger, ihr politisches und gesellschaftliches Selbstverständnis, ihren Wirkungswillen und ihr Sendungsbewusstsein. Laut von Melis hat das alles viel mit Brechreiz zu tun, wenig mit Lebenswirklichkeit. So wünschte man sich eine autoritär strukturierte Kirche und war beflissen, in möglichst allen gesellschaftlichen Bereichen Einfluss zu üben. Mit Selbstmitleid sparte man nicht im Episkopat, Mitleid mit den nichtkatholischen Opfern des Nationalsozialismus kannte man allerdings nicht, stattdessen spielte man den Alliierten gegenüber beleidigte Leberwurst. Moralische Selbstbeschneidung nennt von Melis das euphemistisch.

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