Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Die Autoren schildern die komplexe Beziehung zwischen dem Staat Israel und den jüdischen Siedlern. Sie eröffnen erstmals einen spannenden Blick ins Innere dieser Bewegung, aber auch in die israelische Gesellschaft selbst und zeigen, wie Regierung und Siedler sich über vierzig Jahre gegenseitig instrumentalisierten. Was mit ein paar Häusern in den Bergen Judäas begann, ist heute ein riesiges Netz von Siedlungen. Diese stellen nicht nur eine ständige Provokation für die palästinensische Bevölkerung dar, sie sind eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.10.2007
Als beeindruckendes Standardwerk über die israelische Siedlerbewegung lobt Rezensentin Alexandra Senfft dieses "mutige" Buch der beiden israelischen Autoren, einer Historikerin und eines Journalisten. Auch schreibt Senfft, dass es sich um die erste Untersuchung zum Thema überhaupt handelt. "Streng wissenschaftlich, faktisch unangefochten und dabei glänzend geschrieben", stelle das Autorenduo Geschichte und Ideologie der israelischen Siedler dar und zeige dabei auch die Mitwirkung staatlicher Stellen bei der Entwicklung der Siedlungen auf. Besonders fasziniert die Rezensentin die Schonungslosigkeit, mit der die Autoren die Ambivalenz des Siedlungsprojekts offen legen und in diesem Zusammenhang auch "bewusste und unbewusste Komplizenschaft und Loyalität" in allen Gesellschaftsschichten beschreiben. Zu den Ambivalenzen zählt sie auch, dass diese Studie in Israel wochenlang auf den Bestsellerlisten stand. Die Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche wird ebenfalls sehr gelobt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007
Sehr erhellend und instruktiv findet Rezensent Jörg Später diese kritische Auseinandersetzung von Akiva Eldar und Idith Zerta mit der israelischen Siedlerbewegung und ihrem Verhältnis zum Staat. Den Autoren gelingt es in seinen Augen, ein plastisches und prägnantes Bild der Siedlerbewegung, ihrer Organisationen, Mentalität, Ideologie, Praxis und Politik zu malen. Deutlich wird für ihn die zwischen Konflikt und Kooperation pendelnde Beziehung zum Staat Israel, die gemeinsame Geschichte und die Komplizenschaft in puncto Landnahme. Er rechnet den Autoren zudem positiv an, auf die Gefahr hinzuweisen, die die Siedlerbewegung für die Demokratie Israels darstellt, und der Regierung im Umgang mit ihr zu Härte zu raten. Die Lektüre des Buchs ist wegen der Vorliebe der Autoren für Schachtelsätze seines Erachtens nicht immer leicht. Zudem hält er die Doppelstruktur des Buchs, die sich aus dem einmal analytischen, einmal diachronen Zugriff auf die Geschichte Siedlerbewegung ergibt, nicht ganz gelungen, weil sich so Doppelungen und Wiederholungen nicht vermeiden lassen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.09.2007
Rezensent Ralf Hanselle begrüßt dieses Buch der israelischen Historikerin Idith Zertal und des Journalisten Akiva Eldar, in dem sich die Autoren mit der Geschichte der Siedlerbewegung seit dem Jahr 1967 auseinandersetzen. Sie bestätigen damit seinen schon lange Zeit gehegten Verdacht, dass die Siedlerbewegung eine von langer Hand geplante Entrechtungskampagne war. In diesem Buch sieht der Rezensent allerdings nicht nur die längst überfällige Aufarbeitung jener Siedlerbewegung. Vielmehr wurde hier überdies durch "aufwendige Archivarbeit" und mit Hilfe zahlreicher Interviews eine "lesenswerte Parabel" darüber geschrieben, "was passieren kann, wenn sich ein zögerlicher Rechtsstaat zum Erfüllungsgehilfen religiös motivierter Ideologen" macht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.08.2007
Keine Zeile zu lang geraten sei dieses Buch mit seinen 570 Seiten, versichert Rezensent Erich Gysling beeindruckt von dieser umfassenden Untersuchung. Die Historikerin Idith Zertal und der Haaretz-Kolumnist Akiva Eldar gehen darin Ursprung und Entwicklung der israelischen Siedlerbewegung nach, die es als kleine Minderheit von fünf Prozent der Bevölkerung immer wieder schaffe, im Westjordanland unwiderrufliche Fakten zu schaffen. Den Informationen des Rezensenten zufolge schildern sie dabei, wie sich die Gush Emunim die Zerrissenheit israelischer Politiker zunutze machen konnte, die zwar rational die Besiedlung ablehnten, aber sich emotional oder religiös nicht gegen sie stellen konnte. Ben Gurion gab als moralische Autorität grünes Licht, selbst politische Tauben wie Shimon Peres und Ehud Barak geboten keinen Einhalt und Ariel Sharon unterstützte sie sogar nach Kräften. Einzig Yitzhak Rabin widerstand den Siedlern. Beeindruckt ist der Rezensent, wie die Autoren es schaffen darzulegen, wie die Siedler als bestens organisierte Gemeinschaft und hervorragend arbeitende Manipulatoren die Öffentlichkeit und die Politik immer wieder so verunsicherten, dass sie den rechten Zeitpunkt verpassten, "klare Entscheidungen" zu treffen. Erstaunt ist der Rezensent, wie das Buch bei aller nüchternen Darstellung auch ein "zornig-Illusionsloser Aufschrei" geworden ist. Gyslings Prädikat: "Lesenswert, lehrreich".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.08.2007
Rezensent Ulrich Gutmair begrüßt Idith Zertals und Akiva Eldars nun auf Deutsch vorliegendes Buch über die Ideologie und Geschichte der Siedlerbewegung, das in Israel für einige Debatten gesorgt hat. Deutlich wird für ihn, dass der moderne Staat Israel heute bereit ist, seine Autorität gegen die Siedler durchzusetzen, nachdem er sie jahrzehntelang unterstützt hat. Er unterstreicht die Feststellung der Autoren, das Vorhaben der Organisation der Siedler Gush Emunim, die besetzten Gebiete in großer Zahl zu besiedeln, sei einerseits gescheitert, andererseits habe sie dem Staat Isreal ihren Stempel aufgedrückt und lange den Diskurs bestimmt. In diesem Zusammenhang verweist Gutmair auf die Schilderung der Ungleichbehandlung von Juden und Arabern in diesen Gebieten und auf den laxen Umgang mit der israelischen Justiz mit Straftätern aus der Siedlerbewegung. Nicht zuletzt findet er in dem Band, der ersten umfassenden Darstellung dieser Thematik überhaupt, auch eine ausführliche Beschreibung der Geschichte der Siedlerbewegung und eine Auseinandersetzung mit der ihr zu Grunde liegenden Erlöserideologie, die auf Zvi Yehuda Kook zurückgeht.
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