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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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Abdourahman A. Waberi
In den Vereinigten Staaten von Afrika
Klappentext
Aus dem Französischen von Katja Meintel. In den Vereinigten Staaten von Afrika herrscht der Fortschritt. Afrikanische Finanzmärkte geben den Takt vor, bezahlt wird weltweit mit der AfriCard. Afrikanische Universitäten bilden die Elite der Wissenschaft aus. Die Einzigen, die vielleicht nicht gleichgültig gegenüber den Millionen von Elendsflüchtlingen aus dem Norden sind, die verzweifelt an ihrer Grenze auflaufen oder halbtot an den Stränden von Djerba und Algier aufgegriffen werden, sind die Künstler. Auch die junge Malerin Maya hat sich der Parole "Eine andere Welt ist möglich" verschrieben. In der Normandie geboren und von einem gutmeinenden Paar in Asmara adoptiert, begibt sie sich nach dem Tod ihrer Adoptivmutter auf die Suche nach ihren eigenen Wurzeln... Hinter Waberis märchenhaftem Ton und den amüsanten Verkehrungen lauern scharfe Beobachtungen und bitterböse Anklagen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2008
So ironisch und hintersinnig, wie Sabine Berking die Wortspielereien in Abdourahman A. Waberis an Orwell und Swift erinnernden Roman auch findet, so bitterböse und klug ihr die Persiflage auf die Weltsicht des Westens auch erscheint, so wenig konnte die Handlung sie überzeugen. Die Vielfalt der Figurenstimmen findet sie anstrengend. Den metapherngesättigten Bildungsroman, den das Buch neben der Umkehrung des globalen Nord-Süd-Gefälles thematisiert, nimmt sie dem Autor nicht ab. Der Ton stimmt einfach nicht, schreibt sie.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.07.2008
Eingenommen zeigt sich Heinz Hug von Abdourahman Waberis Roman "In den Vereinigten Staaten von Afrika". Angelegt als eine politische Fiktion kartografiere der Autorin darin die Welt neu unter umgekehrten Vorzeichen: während in den Vereinigten Staaten von Afrika Wohlstand, Bildung, Kultur und Wirtschaftswachstum blühen, herrschen in Euramerika Elend und Bürgerkriege. Das Buch lädt nach Ansicht von Hug dazu ein, sich mit Themen wie Flüchtlingsproblematik, Wohltätigkeit, koloniale Vergangenheit, Wahrnehmung des Fremden, Globalisierung auseinander zu setzen. Der große Verdienst des Romans für ihn, dass er uns, aber auch den Afrikanern den Spiegel vorhält. Dabei findet er das Buch bei aller Ernsthaftigkeit des Themas auch sehr amüsant.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.03.2008
Gut amüsiert hat sich Martin Zähringer bei der Lektüre dieser Satire von Abdourahman A. Waberi, den er als "kritischen und subtilen Kenner" vor allem des frankophonen Afrika schätzt. Der Roman bezieht in seinen Augen seinen satirischen Witz aus der karnevalesken Umkehrung der Verhältnisse: während in Europa Bürgerkriege, Hunger und Bildungsnot wüten, blüht in den Vereinigten Staaten von Afrika das Leben. Im Mittelpunkt des Romans sieht er die Künstlerin Maya, die als Kind aus Frankreich adoptiert wurde, und deren Geschichte Waberi als Bildungsroman erzählt. Allerdings verliert die Satire in Zähringers Augen hier bisweilen an Biss, repräsentiert Maya doch ein "konkretes kulturpolitisches Programm".
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