Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Abdourahman A. Waberi

In den Vereinigten Staaten von Afrika

Cover: In den Vereinigten Staaten von Afrika

Edition Nautilus, Hamburg 2008
ISBN-10 3894015632
ISBN-13 9783894015633
Gebunden, 160 Seiten, 16,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Katja Meintel. In den Vereinigten Staaten von Afrika herrscht der Fortschritt. Afrikanische Finanzmärkte geben den Takt vor, bezahlt wird weltweit mit der AfriCard. Afrikanische Universitäten bilden die Elite der Wissenschaft aus. Die Einzigen, die vielleicht nicht gleichgültig gegenüber den Millionen von Elendsflüchtlingen aus dem Norden sind, die verzweifelt an ihrer Grenze auflaufen oder halbtot an den Stränden von Djerba und Algier aufgegriffen werden, sind die Künstler. Auch die junge Malerin Maya hat sich der Parole "Eine andere Welt ist möglich" verschrieben. In der Normandie geboren und von einem gutmeinenden Paar in Asmara adoptiert, begibt sie sich nach dem Tod ihrer Adoptivmutter auf die Suche nach ihren eigenen Wurzeln... Hinter Waberis märchenhaftem Ton und den amüsanten Verkehrungen lauern scharfe Beobachtungen und bitterböse Anklagen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2008

So ironisch und hintersinnig, wie Sabine Berking die Wortspielereien in Abdourahman A. Waberis an Orwell und Swift erinnernden Roman auch findet, so bitterböse und klug ihr die Persiflage auf die Weltsicht des Westens auch erscheint, so wenig konnte die Handlung sie überzeugen. Die Vielfalt der Figurenstimmen findet sie anstrengend. Den metapherngesättigten Bildungsroman, den das Buch neben der Umkehrung des globalen Nord-Süd-Gefälles thematisiert, nimmt sie dem Autor nicht ab. Der Ton stimmt einfach nicht, schreibt sie.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.07.2008

Eingenommen zeigt sich Heinz Hug von Abdourahman Waberis Roman "In den Vereinigten Staaten von Afrika". Angelegt als eine politische Fiktion kartografiere der Autorin darin die Welt neu unter umgekehrten Vorzeichen: während in den Vereinigten Staaten von Afrika Wohlstand, Bildung, Kultur und Wirtschaftswachstum blühen, herrschen in Euramerika Elend und Bürgerkriege. Das Buch lädt nach Ansicht von Hug dazu ein, sich mit Themen wie Flüchtlingsproblematik, Wohltätigkeit, koloniale Vergangenheit, Wahrnehmung des Fremden, Globalisierung auseinander zu setzen. Der große Verdienst des Romans für ihn, dass er uns, aber auch den Afrikanern den Spiegel vorhält. Dabei findet er das Buch bei aller Ernsthaftigkeit des Themas auch sehr amüsant.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.03.2008

Gut amüsiert hat sich Martin Zähringer bei der Lektüre dieser Satire von Abdourahman A. Waberi, den er als "kritischen und subtilen Kenner" vor allem des frankophonen Afrika schätzt. Der Roman bezieht in seinen Augen seinen satirischen Witz aus der karnevalesken Umkehrung der Verhältnisse: während in Europa Bürgerkriege, Hunger und Bildungsnot wüten, blüht in den Vereinigten Staaten von Afrika das Leben. Im Mittelpunkt des Romans sieht er die Künstlerin Maya, die als Kind aus Frankreich adoptiert wurde, und deren Geschichte Waberi als Bildungsroman erzählt. Allerdings verliert die Satire in Zähringers Augen hier bisweilen an Biss, repräsentiert Maya doch ein "konkretes kulturpolitisches Programm".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren