Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Arabischen von Petra Becker. Ein Dorf am Rande der Wüste gerät durch eine außergewöhnliche Trockenperiode in Bedrängnis. Die Vorräte sind erschöpft, die Menschen verzweifelt, haben sich doch ihre Hoffnungen auf den von der Stadt versprochenen Damm und damit auf Entwicklung längst zerschlagen. Es bleibt nur eins: die Jagd. Obwohl der Tierbestand seit dem Aufkommen moderner Waffen bereits drastisch reduziert worden ist, fahren die Männer des Dorfes zur Jagd in die Wüste. Mehr noch: Sie veranstalten Jagdausflüge mit Gästen aus der Stadt. Nach langen Diskussionen erklärt sich der naturverbundene Aussenseiter Assaf, der erfahrenste und umsichtigste Jäger der Gegend, bereit, eine Gruppe zu begleiten. Die Safari endet in einer Katastrophe, bei der Assaf sein Leben verliert.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2001
So ganz rund findet Shirin Sojitrawalla den Roman von Abdalrachman Munif nicht. Das Buch funktioniert ihrer Meinung nach nicht als Ganzes, sondern zerfällt "in disparate Teile", und die Geschichten, die der Autor erzählt, sind auch noch "hausbacken didaktisch". Das erklärt die Rezensentin teilweise mit dem Umstand, dass das Buch schon 1978 erschien und Munif darin beklagt, dass Mensch und Natur aus dem Lot geraten sind, dass sich ein Ungleichgewicht eingeschlichen hat. Diesem Thema würde sich der Autor heute rhetorisch anders nähern, vermutet die Rezensentin, aber damals wählte er einen "mythisch-pathetischen Tonfall". Trotzdem kann sie seinem Erzählton einiges abgewinnen, ihr gefällt der vertraute, "freundliche Tonfall", mit dem er über die Wüste erzählt. Es kommt ihr vor, "als beruhige hier ein Erwachsener eine nervöse Kinderschar mit Geschichten".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.06.2000
Eine differenzierte Kritik, die Stefan Weidner da vorlegt! Zunächst schildert er uns die Handlung des Romans, "der keiner ist", schon weil er in zwei Teile auseinanderfällt. Es gibt eine Rahmenhandlung, die von der Jagd und dem Tod eines Jägers während einer Dürreperiode berichtet, und es gibt dreizehn in sich abgeschlossene, miniaturhafte Tiergeschichten, die an die Tradition der Totenklagen anknüpfen. Weidner findet, dass das Buch "nicht funktioniert", was er teilweise an der unbeholfenen glanzlosen Übersetzung, aber auch am Original festmacht. Der Erzähler stünde in dem Zwiespalt, sagt Weidner, von einer heilen Welt zu berichten, die er aber nicht wirklich loslassen und der Vergangenheit überantworten könne. Er kommt zu dem Schluss: "Munifs Sympathie ist zu klar auf Seiten der Welt, die vergeht, um sie überzeugend erzählen zu können." Munifs literarisches Ringen als Subroman zu lesen, lautet die Empfehlung des Rezensenten.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen






