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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Pascal Quignard

Auf einer Terrasse in Rom

Roman

Cover: Auf einer Terrasse in Rom

Pendo Verlag, Zürich 2002
ISBN-10 3858424684
ISBN-13 9783858424686
Gebunden, 144 Seiten, 17,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Jörg Aufenanger. Einer Liebe hingegeben, die nicht sein darf, hat der Kupferstecher Meaume die Rache des Rivalen entfacht: Ein Flacon mit ätzender Säure trifft ihn im Gesicht, er ist für immer entstellt. Die Geliebte, abgestoßen von seinem Anblick, bricht mit ihm und Meaume flieht aus Brügge, irrt von Ort zu Ort wie viele Künstler im 17. Jahrhundert. Nicht mit Farben, gleichsam umgekehrt, mit der ätzenden Säure, die sich für immer in sein Gesicht gebrannt hat, "malt" Meaume, sucht im Dunkeln nach dem Licht. Der Graveur gelangt nach Rom, richtet am Aventin sein Atelier ein, blickt von der Terrasse auf die Ruinen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2003

Niklas Bender scheut in seiner knappen Rezension die großen Worte nicht: Einen "grandiosen Roman" legt Pascal Quignard hier vor, schreibt er und erklärt diese Qualität einerseits aus der Knappheit des Stils, die wundersamer Weise auf ihn zugleich sehr sinnlich wirkt. Es handle sich um eine "Sensualität, die nicht aus einem farbenfrohen Sittengemälde entsteht, sondern als blitzartiges Intensitätsmoment aufscheint". Und andererseits gefällt Bender die Konstruktion dieses historischen Romans, die sich nicht beim heutigen Leser anbiedere, sondern das 17. Jahrhundert und die Geschichte des Kupferstechers Meaume in ihrer Fremdheit zu erfassen suche. Bender fällt hier für der Vergleich mit einer Kupferstichtechnik ein, um die es auch im Roman selbst geht: Ihn erinnert Quignards Erzählen an die "dunkle Art" der Gravur, die darin besteht , die Kupferplatte zunächst aufzurauen, um das Geschehen dann vor einem dunklen Hintergrund profilieren zu können.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2002

Dieser Roman, einer von zweien des 54-Jährigen Pascal Quignard, die bisher im Deutschen vorliegen, "ist ein diaphan wie obskur wirkendes Juwel, das auch bei wiederholter Betrachtung nichts von seinem Charme verliert", resümiert Thomas Laux und bringt damit seine ganze Begeisterung über das Werk zum Ausdruck. Das zieht, verspricht der Rezensent, den Leser sofort in seinen Bann. Auf "eigentümlich-lakonische Weise" werde das Leben des Kupferstechers Meaume skizziert, der 1617 in Paris geboren wurde und 1667 in Rom den Hungertod starb. Dieser hatte sich in seiner Jugend unglücklich verliebt, wurde von einem Nebenbuhler mit Säure entstellt und schlug sich fortan mit erotischen Stichen durch, bis er in Ungnade fiel, berichtet der Rezensent über den Inhalt. Besonders bemerkenswert findet Laux die Form des Romans. Kurze, prägnante Sätze und ein "elliptischer Stil" setzen die Erwartungen des Lesers unter Hochspannung, so der Rezensent.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.03.2002

Ein solcher historischer Roman, urteilt der Kritiker Hanns-Josef Ortheil erst einmal über die Kritiker, würde in Deutschland weder erscheinen noch Furore machen, denn die meisten deutschen Kritiker wüssten dieses Genre nicht zu würdigen. Sie stellten sich darunter etwas Antiquiertes, Tanja-Kinkelhaftes vor. Zum Glück, meint Ortheil, ist Pascal Quignard Franzose, sein Roman in Frankreich erschienen und deshalb ein großer Erfolg geworden. In dem Roman über einen Graveur des 17.Jahrhunderts macht Ortheil eine "kreative Mischung von Brillanz und Strenge" aus, wie sie nur der Typus des philosophisch gebildeten Autors zustande bringe, ein Quignard eben. "Man glaubt", schwärmt Ortheil, "eine Wortmusik zu hören, die dem motivischen Versteck- und Wiedererkennungsspiel Bachscher Fugen gleicht." Oder auch: Etüde statt Schinken.

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