Aus dem Englischen von Rolf Schubert. Wilsons analytische und politisch-praktische Vorlesung bietet eine Diagnose der heutigen USA und eine Therapie zur Behandlung ihres Problems der zunehmenden sozialen Ungleichheit und, in der Folge, des Herausfallens immer größerer Teile der Bevölkerung aus der Gesellschaft. Wilson fordert eine neue Bewegung für soziale Gerechtigkeit, deren politische Strategie auf ein breites, ethnische Differenzen übergreifendes politisches Bündnis aller fortschrittlichen Kräfte zielt und so das Ende des amerikanischen Rassismus überwindet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.03.2002
Der Sozialwissenschaftler William Julius Wilson aus Harvard hat die seit den siebziger Jahren stetig wachsende soziale Ungleichheit in den USA 1999 zum Thema einer in Wien gehaltenen Vorlesung erhoben und nun darüber eine überarbeitete und erweiterte Studie vorgelegt, berichtet Martin Hartmann. Darin stelle der Autor nicht soziologische Fallanalysen in den Mittelpunkt, sondern den Entwurf eines politischen Programms, wie die Kluft zwischen Arm und Reich überwunden werden könnte. Die Lösung sieht Wilson in einem breiten Bündnis von unten, so der Rezensent, der die Realisierung dieses Zusammenschlusses etwas pessimistischer sieht als der Autor. Hartmann denkt, um das Handlungspotential der Armen besser bestimmen zu können, müsse man nicht nur ökonomische und soziale Faktoren in den Blick nehmen, sondern auch psychologische, erst dann erhalte Wilsons Ansatz genauere Konturen. Kritik übt der Rezensent auch am Lektorat des Bandes: Die Tabellen sind nicht übersetzt worden und kaum entzifferbar, bedauert Hartmann.
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