Bücherschau der Woche
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Klappentext
Herausgegeben von Peter Härtling und Rainer Weiss. Karl Krolow hat bis kurz vor seinem Tod am 21. Juni 1999 Gedichte geschrieben. Tag für Tag arbeitete der große Lyriker an Versen, in denen er noch einmal alles zu thematisieren suchte, was ihn zeitlebens in Atem gehalten hat. Wer diese Gedichte aus dem Nachlass liest und sich mit ihrem Autor auf die Reise ins "Verschwinden im Diesseits" macht, wird erstaunt feststellen, daß Krolow bis zuletzt, von Schmerz und dunklen Gedanken geplagt, dennoch immer wieder zu einem heiteren, leichten, von feiner Ironie durchwirkten Ton findet.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.09.2002
Kurt Drawert sieht in dieser postum erschienenen Gedichtsammlung, die Lyrik aus den letzten drei Lebensjahren Karl Krolows enthält, den Beleg dafür, wie "radikal" das Schreiben Krolows war. Denn was zu dessen Lebzeiten vielleicht als "listige Spiele" hätte verstanden werden können, wird nach seinem Tod als "existenzielle Notwendigkeit" und "Unerschrockenheit" sichtbar, so der Rezensent ergriffen. Dabei fasziniert ihn immer wieder aufs Neue, dass die Gedichte, obwohl sie um die immer gleichen Themen von Tod und Vergänglichkeit kreisen, nie "repetitiv" oder gar "langweilig" werden. Drawert preist die "Kraft und Schönheit" der Gedichte und vermutet in dem im Spätwerk verwendeten Reim eine "poetische Koinzidenz" von Form und Inhalt. Der Reim erscheint als "letzte große Ordnung vor der befürchteten Ordnungslosigkeit", philosophiert Drawert, der von dieser Gedichtausgabe restlos begeistert ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.03.2002
Am 21. Juni 1999 verstarb Karl Krolow im Alter von 84 Jahren. Bis vier Wochen vor seinem Tod hatte er beinahe täglich ein Gedicht geschrieben. 206 Gedichte aus den Jahren 1996 bis 1999 sind auf diese Weise entstanden, die nun in einem "stattlichen" Band vorliegen, berichtet Albert von Schirnding. Für den Rezensenten sind diese Verse "ein poetisches Wunderwerk ohnegleichen", das sich von Alter und Krankheit nicht anfechten lasse. Man könne diese Gedichte als lyrisches Tagebuch sehen, das gerade angesichts des nahenden Todes des Autors von einer unheimlichen und faszinierenden Aura umgeben sei. Dennoch aber sei dieses Konvolut mehr als ein Tagebuch, denn jedes dieser Gedichte könne für sich allein stehen, betont der Rezensent. Die Verse seien ohne Zweifel "vollkommen" und "virtuos", man könne sie einfach nur "bewundernd" und "dankbar" zur Kenntnis nehmen, so Schirnding. "Schön" und "persönlich" sei auch das Nachwort von Peter Härtling ausgefallen, lobt der Rezensent, kritisiert aber die "editorischen Notizen" zu den Gedichten, die sich Schirnding etwas länger und informativer gewünscht hätte.
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