Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Volker Caysa (Hrsg.), Wilhelm Schmid
Reinhold Messners Philosophie
Sinn machen in einer Welt ohne Sinn
Klappentext
Reinhold Messner, Grenzgänger, Autor, Bergbauer, ist ein Phänomen: Seit 30 Jahren gehört er zu den erfolgreichsten Bergsteigern der Welt.. Im Grenzgang praktiziert Messner eine asketische wie ekstatische Lebensform: Um das Risiko inszenieren zu können, versagt er sich bestimmte Techniken, etwa das Anbringen von Bohrhaken oder das Benutzen der Sauerstoffmaske. Der von den Philosophen Volker Caysa und Wilhelm Schmid herausgegebene Band versucht, die Philosophie, die in Messners Anliegen erahnbar ist, auszuloten, sie in Bezug zu setzen zu seiner Kunstauffassung, die das Bergsteigen, ja sein ganzes Leben zur Kunst erklärt: In Gesprächen, in Texten von und über Messner wird dessen Philosophie der Lebenskunst sichtbar.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.03.2002
Sehr einfallsreich, sehr süffisant und sehr ironisch behandelt Rezensent Ludger Lütkehaus "Reinhold Messners Philosophie", eine Philosophie der Lebenskunst. Nur leider so assoziativ, dass man nicht besonders schlau draus wird. Man erfährt weder, was in diesem Sammelband eigentlich steht, noch was der Rezensent davon hält. Einigermaßen klare Worte findet Lütkehaus allein für Reinhold Messners eigene Beiträge: Diese "leiden unter einigen Wiederholungen, erfreuen aber durch geistige Beweglichkeit, Unverblümtheit und Radikalität".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2002
Messner selbst postuliere sich als Poeten, Überlebenskünstler und Land-Artisten, schreibt Christian Kortmann, weshalb es ihn nicht wundert, dass sich nun die Philosophen Messners annehmen, die seit jeher von Expeditionen als einem Akt der Selbstbestimmung fasziniert gewesen seien, wie der Rezensent behauptet. Ihn wundert es allerdings schon, dass die Philosophen Messner so kritiklos zu Leibe rücken - Kortmann nimmt hier nur den Beitrag von Helga Peskoller aus, den er für überaus lesenswert hält. Ansonsten findet seiner Meinung nach Verklärung statt, wenn Messner zum "pragmatischen Romantiker" oder einem "Bruce Chatwin der Vertikalen" ausgerufen werde. Manche der sich philosophisch gebenden Texte haben fast dadaistischen Charakter, findet Kortmann. Das liege teilweise auch an Messner selber, der solchen Überhöhungen argumentativ vorbaue. Dennoch sind die Texte von Messner selbst seiner Meinung nach das Beste an diesem Band, da sie beispielsweise dessen unbändiges Verlangen, einen Gipfel zu ersteigen, ahnen ließen. Im übrigen enthält das Buch auch ein 60 Seiten langes Interview mit RM.
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