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Klappentext
Zum 100. Geburtstag Nietzsches publizierte Bataille 1944/45 in Paris ein Memorandum: es besteht aus Nietzschefragmenten, die er selber ausgewählt hat, zugleich begründet Bataille seine Auswahl. Er schreibt nicht über Nietzsche, sondern aus Nietzsche heraus. Neben dem Memorandum enthält dieser Band zum erstenmal deutsch alle Nietzsche-Aufsätze von Georges Bataille aus der Zeit von 1937-1951.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.06.2000
Rezensent Hans-Peter Kunisch bespricht drei Neuerscheinungen zu Georges Bataille: zwei deutsche Übersetzungen von Bataille-Texten und eine Einführung zu Werk und Biografie.
1) Georges Bataille: "Die innere Erfahrung"
Kunisch stellt fest, dass mit "Die innere Erfahrung" nun eines der wichtigsten und stilistisch präzisesten philosophischen Werke Batailles in deutscher Sprache vorliegt. Die hier formulierte Ablehnung von Askese und Moral, seine Feier des "Lachens", des "Todes", des "Festes", von Grenzerfahrung schlechthin, führten ins Zentrum seines Werks. Es sei Bataille um die "Auslöschung von Subjektivität" gegangen, das Gegenbild schlechthin habe er im Systemdenker Hegel gefunden.
2) Hans-Jürgen Heinrichs: "Der Wunsch nach einer souveränen Existenz. Georges Bataille"
Hans-Jürgen Heinrichs, stellt der Rezensent fest, ist begeistert von Bataille. Leider gleite der Sprachgestus darüber mitunter ins allzu Rhetorische - und mancher Begriff hätte doch etwas kritischer und analytischer gebraucht werden dürfen.
3) Georges Bataille: "Wiedergutmachung an Nietzsche"
Das "Nietzsche-Memorandum" ist nur eine erste Sammlung verstreuter Schriften Batailles zu Nietzsche. Darin werde aber der Einfluss Nietzsches auf Bataille ebenso deutlich wie die Bedeutung von Batailles Rehabilitation Nietzsches für die spätere Rezeption in Frankreich (insbesondere durch Michel Foucault), meint der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.05.2000
Regelrecht begeistert ist Rezensent Hubert Thüring von George Batailles von 1937 bis 1951 zunächst verstreut erschienenen Aufsätzen zu Nietzsche. Diesen gelinge es, den Philosophen klarsichtig gegen Vereinnahmungen von rechts (Rosenberg, Baeumler etc.) zu verteidigen und Vereinfachungen von links (von Gide bis Lukács) differenziert zu analysieren. Thüring ist ganz und gar einverstanden mit der existenzialistischen Nietzsche-Lektüre, die dessen Verbindung von "ekstatischem Sprung in die Leere" und "göttlicher Lebenslust " zur vorbildhaften Einheit von Leben und Werk im, so heißt es immer wieder, "Nietzschesein" (v)erklärt. Kritik gibt es nur am hundertseitigen Nachwort von Gerd Bergfleth, dessen "Ressentiments" der Rezensent als unangenehm wahrnimmt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.02.2000
Fast andächtig bespricht Uwe Schweikert diese Nietzsche-Collagen von George Bataille. Dass Bataille sich dabei auf eine Stufe mit Nietzsche stellt, nimmt er als selbstverständlich hin: Bataille sei "ein origineller widerständiger Denker" wie Nietzsche. Das "Nietzsche sein" unterscheidet Bataille von den "akademischen Gebetsmühlen der Kathederphilosophen", so Schweikert. Auch dass Bataille in den mitveröffentlichten Studien Nietzsche vehement gegen den Vorwurf des Chauvinisten, Deutschtümlers und Rassisten verteidigt, scheint Schweikert in der Begründung nachvollziehbar. Vorsichtshalber enthält er sich jedoch einer expliziten Stellungnahme. Gerd Bergfleths Nachwort akzentuiere sowohl die Ähnlichkeit als auch die Unterschiede der beiden Philosophen. Abschließend hofft Schweikert, dass nun auch bald Batailles dritter Nietzsche-Band "Sur Nietzsche" ins Deutsche übersetzt wird.
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