Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.02.2002
Der Band versammelt die Vorträge der alljährlich an der Europäischen Akademie Otzenhausen stattfindenden interdisziplinären DDR-Forschertagung aus dem Jahr 1998. Aus den 50 Beiträgen hebt Rezensent Eckhard Jesse vor allem den von Siegfried Grundmann hervor, den er bestechend findet. Grundmann untersucht den "DDR-Alltag im Jahre 1987". Prägend ist die Bedeutung der Arbeit auch abseits des Arbeitsplatzes, auffällig sind "Gemeinsamkeiten im Lebenszyklus der Menschen" wie die frühe Heirat, die weit verbreitete Doppelrolle der berufstätigen Mütter. Axel Grosse beschreibt in einem zweiten von Jesse erwähnten Aufsatz die "Gegenkultur" in der DDR. Der Rezensent stimmt dem Autor darin zu, dass die These, "eine solche Gegenkultur sei von der Staatssicherheit lediglich simuliert worden", so keinesfalls haltbar ist.
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