Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Ausgewählt von Jürgen Dormagen. Mit einem Nachwort von Heinrich v. Berenberg. Aus dem Spanischen von Wilhelm Muster, Gerhard Poppenberg und Jürgen Dormagen. Mit dem 1994 im spanischen Exil gestorbenen Uruguayer Juan Carlos Onetti verbindet sich die Melancholie und die müde Sinnlichkeit in den beiden großen Städten am Rio de la Plata - Montevideo und Buenos Aires. Die Figuren dieses Autors sind Menschen, die das Leben gezeichnet hat, ehe sie die Chance bekamen, damit zurecht zu kommen. Ihre Welt, das sind die Bars, Hotelabsteigen und die verrauchten Redaktionen, in die vom Hafen her der Klang der Schiffssirenen, der Geruch des Meeres dringt. Die Gewalt schleicht auf leisen Sohlen durch diese Geschichten. Immer liegt unter der schläfrigen Ruhe dieser Geschichten die Vehemenz mühsam zurückgehaltener Ausbrüche, und manchmal bricht sie sich Bahn.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.08.2002
Die Erzählungen des 1994 in Madrid verstorbenen Uruguayers Juan Carlos Onetti spenden wenig Hoffnung, warnt Maike Albath. Denn die Helden und Heldinnen des Schriftstellers in diesen "zehn seiner besten Geschichten" seien stets auf der Suche nach sich selbst, wobei sie sich in immer undurchschaubarere Situationen verstricken und schließlich jegliche Kontrolle über sich verlieren, fasst die Rezensentin kurz und knapp den Lebens- und Leidensweg dieser Figuren zusammen. Der Band selbst sei eine Art "Visitenkarte" für den erst spät berühmt gewordenen Schriftsteller, der für Albath ohne Zweifel zu einem der wichtigsten Südamerikas zählt. Denn schließlich habe er als erster die Abkehr von traditionellen Erzählformen vollzogen und somit den Weg für die "nueva novela" von Vargas Llosa, Carlos Fuentes oder Julius Cortazar geebnet. Das heißt allerdings auch, meint die Rezensentin, starke Nerven zu haben, denn bei Onetti ist alles im Verfall: es "rostet, schimmelt und fault", nicht nur die Dinge sind davon betroffen, sondern auch die Menschen. Jede dieser Erzählungen verbreite eine unheimliche Stimmung, Erlösung aus der Ausweglosigkeit bringe allenfalls der Tod. Trost spende hier einzig die "große Schönheit" der Sprache des Südamerikaners, seine an Proust erinnernde verschachtelte Syntax, sein an gute Krimis angelehnter Spannungsaufbau und schließlich die Phantasie, mit der er den Leser gleich einem Voyeur an der Ungeheurlichkeit dieser Geschichten teilhaben lasse, schließt die faszinierte Rezensentin.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.01.2002
Gustav Seibt reiht den uruguayischen Autor als Bindeglied zwischen dem "Urvater" Borges und den heutigen Altmeistern Fuentes, Marquez und Llosa ein. Aber leider, bedauert Seibt, sei dieser bedeutende Autor hierzulande viel weniger bekannt als all die anderen. Einer der ersten deutschen Kritiker war nach Seibt Jörg Drews, der Onetti 1986 in einem "Merkur"-Aufsatz vorstellte und ihm "das graue Rauschen einer unaufhebbaren Depression" unterschob. Nicht ganz verkehrt, meint Seibt, aber erstens verkaufe sich die Schwermut heutzutage schlecht und zweitens habe dieser Autor eben auch ganz andere Seiten: er war humorvoll und ein warmherziger Mensch. Diese eher ironische, sinnliche und veristische Seite können deutsche Leser nun in einem Erzählungsband kennen lernen, den Seibt als Einstieg in das Gesamtwerk Onettis empfiehlt: wunderbare minimalistische Poesie in zehn anrührenden Geschichten, die laut Seibt eine absolut unterhaltsame Lektüre versprechen.
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Golden german tor lass uns ein als große fisch
10.02.2012: Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







