Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Gotthold Ephraim Lessing
Gotthold Ephraim Lessing: Werke und Briefe. 12 Bände in 14 Teilbänden
Band 10: Werke 1778-1781. Die Erziehung des Menschengeschlechts. Ernst und Falk. Zur Geschichte und Literatur V/VI
Klappentext
Herausgegeben von Arno Schilson und Axel Schmitt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2002
Den in Schulklassen als unerschütterlichen Volksaufklärer dargestellten Lessing möchte Friedman Apel differenzierter verstanden sehen. Er macht deutlich, wie sehr Lessing, für den die begriffliche Vermittlung von Einsicht problematisch ist, eine "singuläre Position im achtzehnten Jahrhundert" einnimmt. "Radikaler Aufklärer war er weniger als Kritiker der Mythologie und Dogmatik denn als einer, der realisierte, wie viel Gewissheit ins Wanken gerät, wenn der Mensch versucht, dem nachzukommen, was ihm Wahrheit dünkt." Die Spannung zwischen Handeln und Diskurs sieht Lessing aber als eine fruchtbare, als "Produktivität der Kultur." Doch bei aller Einsicht "in die Aporie des moralischen Imperativs, die Begrenztheit des Wissens und die Vorläufigkeit der Erkenntnis", bleibt das Lesen Lessings "Lebenselixir". Aus seiner "Lesewerkstatt" sind Lektürenotizen erhalten, um deren Auswertung sich die neue Ausgabe der "Werke und Briefe in zwölf Bänden" bemüht. Obwohl Apel diese Aufgabe als eine sehr undankbare und schwierige sieht, kann er jedoch nicht über alle Schwächen der Ausgabe hinwegsehen. Die Herausgeber bekennen sich zwar zur Selektivität, doch schicken viele Stellenkommentare den Leser über unzählige Verweise geradewegs in die Wüste. "Es fehlt den Herausgebern hier der Mut zum Weglassen, dort zum auf das Wesentliche reduzierenden Hinweis", so Apel. Die Schwierigkeit der unübersichtlichen Überlieferungslage der späten Texte beantworten die Herausgeber fast durchgängig mit dem Abdruck des Erstdrucks, jedoch ohne autoritative Pose, wie der Rezensent wohlwollend bemerkt. Auch das "Kolorit der Lessingschen Sprache" bleibt erhalten, dank der vorsichtigen Anwendung der verlagseigenen Modernisierungsregeln. Alles in allem eine schwierige Aufgabe, die "Ehre vielleicht, aber Ruhm bestimmt nicht einbringt", meint Apel und schließt: "Der selbstdenkende Leser geht dankbar damit um."
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.01.2002
Lothar Müller widmet sich dem Abschlussband der Werkausgabe Lessings und einer neuen Lessing-Biographie.
1. Werke 1778-1781
Voller Begeisterung scheint der Rezensent diesen Lessing-Band gelesen zu haben. Dankenswerterweise widme sich dieser Band nicht nur dem Dramatiker Lessing, sondern auch dem Lessing, der sich mit Leidenschaft um das Nebensächliche bemüht, wobei sein Genie überaus deutlich sichtbar werde. Es seien die verschiedensten, teils auch unvollständigen Texte und Fragmente aus Lessings Werk zusammengetragen worden, wobei die "zersplitterte Gelehrsamkeit" Lessings in seinen unterschiedlichen Ausprägungen deutlich sichtbar werde, was zur Vollständigkeit des Lessing-Bildes der Leserschaft einen kostbaren Beitrag leiste. Zudem lobt Lothar Müller die Tatsache, dass die Schriften ausführlich kommentiert wurden, was erheblich zum Verständnis beitrage.
2. Lessing. Aufklärer und Judenfreund.
Von Jaspers Lessing-Biographie zeigt sich Lothar Müller dagegen alles andere als begeistert. Der einzige Vorzug dieses Buches sei darin zu sehen, dass es Lessing eventuell weitere Leser zu vermitteln vermag. Ansonsten allerdings hat er einiges zu bemängeln. Statt eines vielschichtigen und toleranten Denkers und Schriftstellers werde hier ein Lessing gezeigt, der durch Liebschaften, Betrügereien und Geldgier charakterisiert werde. Zudem reihe Jasper die Werke "wie Perlen auf die Lebensschnur", ohne in ihr Inneres zu dringen oder der Verbindung zwischen Text und Lebenswirklichkeit des Autors ein auch nur halbwegs angemessenes Interesse entgegen zu bringen. Daher das vernichtende Fazit des Rezensenten: "Eine intellektuelle Biografie des Rätsels Lessing ist dies nicht."
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







