Bücherschau der Woche
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Klappentext
Er hatte den Drang, alle Berühmtheiten seiner Zeit zu kennen, und mit der Zeit verlangte es sie alle nach seiner Bekanntschaft: Gottfried Wilhelm Leibniz. Daher zeichnet, wer sein Leben so erzählt wie Eike Christian Hirsch, nicht nur ein Portrait dieses sonderbaren, schwierigen und doch liebenswerten Mannes, sondern auch ein Bild der Epoche um 1700, deren überragender Kopf Leibniz war.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2000
Ursula Pia Jauch weist zunächst darauf hin, dass die existierenden Leibniz-Bilder sehr widersprüchlich sind, was zum Teil an der problematischen Quellenlage liegt. Gerade über wichtige Begegnungen Leibniz` müsse letztlich spekuliert werden, wovor - wie sie andeutet - auch Hirsch nicht zurückschreckt. Insgesamt zeigt Jauch sich recht angetan von diesem Band. Hirsch sei die richtige Balance gelungen zwischen Nähe bzw. Bewunderung und Distanz. Zwar fällt der Autor, wie Jauch feststellt, ab und zu ins ?Psychologische?. An einer entscheidenden Stelle jedoch, nämlich da, wo Leibniz im Alter von dreißig Jahren in eine Krise gerät, habe sich Hirsch in dieser Hinsicht klugerweise zurückgehalten und nur Leibniz selbst sprechen lassen. Besonders gefällt der Rezensentin an dem Band, dass die ?barocken Lebensumstände? und auch die Persönlichkeit Leibniz` mit seinen Stärken und Schwächen recht lebendig hervortreten - auch wenn er letztlich eine schwer fassbare Person gewesen sei. Lediglich eine ?Zeittafel und eine gute Auswahlbibliographie? hätte Jauch sich im Anhang des Buchs gewünscht. Ansonsten weist sie ausdrücklich darauf hin, dass es sich hier - von einer kleinen Rowohlt-Monografie von 1990 abgesehen - um die erste deutschsprachige Leibniz- Biografie ?seit Jahrzehnten? handelt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000
"Der berühmte Herr Leibniz" war ein Hans Dampf an allen Höfen, ein Universalgelehrter, der 15 000 Briefe und 80 000 Notizblätter hinterließ. Ein gefundenes Fressen oder ein Albtraum für den Biographen? Rezensent und Philosoph Ludger Lütkehaus ist jedenfalls der Meinung, dass der Autor den richtigen Ansatz gewählt hat, indem er auf eine Gesamtdarstellung der Leibnizschen Gelehrsamkeit und Aktivitäten verzichtet hat. Stattdessen sei Hirsch um Lebendigkeit bemüht: "er erzählt". Allerdings komme sich der Erzähler dabei selbst in die Quere, indem er zugleich auch Historiograf sein möchte. Nur im Nachruf sei Hirsch "so lakonisch, so drastisch, so spannend, wie man ihn sich immer gewünscht hätte". Lütkehaus kommt zu der Erkenntnis, daß Leibniz wohl "nur bedingt wiederbelebungsfähig" ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000
Was hat uns dieser Philosoph des 17. Jahrhunderts mit seinem Gottesbeweis, seinen Monaden und seiner Universalgelehrtheit noch zu sagen, fragt Gerald Sammet in seiner Kritik dieser neuen Biographie und findet eine Menge zu sagen: Eike Christian Hirsch schaffe es in seinem Buch zu zeigen, wie elegant Leibniz sein Denken präsentiert habe und vor allem, dass er es als einen "Prozess kontinuierlicher Revision einmal gewonnener Erkenntnisse und Sichtweisen" begriffen habe. Dass Hirsch dabei sogar fiktive Szenen - Lehrdialoge in der Tradition der Totengespräche - eingebaut hat, findet der Rezensent dabei eher anregend: "Hirsch meistert diesen Balanceakt mit Bravour."
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