Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2001
Zwei (katholische) Antipoden im Streit um die päpstliche Unfehlbarkeit, der nicht zuletzt in der Abspaltung des Altkatholizismus die Kirche entzweite, hat sich der Autor für seine Dissertation ausgesucht. Beide, Manning wie Newman, waren anglikanische Konvertiten zur römisch-katholischen Kirche. Während Manning jedoch sich ganz und gar auf die Seite des Papstes schlug, brachten Newman seine Differenzierungsversuche in "Häresieverdacht". Die Dramatik des Zwiespalts tritt in der Untersuchung, so Thomas Brechenmacher, in den Hintergrund. Das verdankt sich, wie er durchaus anerkennend feststellt, dem "durch und durch ruhigen und soliden Erzähl- und Interpretationsstil" des Buches, der auf "flotte Wertungen" verzichtet. Dennoch, findet Brechenmacher, wird daran letztlich das größte Defizit des Bandes sichtbar: die Frage nach den "tieferen Prozessen" im Unfehlbarkeitsstreit bleibt unbeantwortet.
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