Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Georges Salles
Der Blick
Klappentext
Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer. Unter dem Titel "Le regard" (Der Blick) veröffentlichte Georges Salles 1939 "eine Suite von Essays" (Walter Benjamin), die sich mit dem Zugang zur Kunst beschäftigen. "Die augenblickliche Gewißheit des Kunstliebhabers ist weder intellektueller noch weniger organisch als das Ergötzen eines Feinschmeckers. Alles spielt sich im Schock eines Eindrucks ab, der wirr ist für unseren Geist, doch deutlich für unsere Sinne. Um beide Genüsse spielt dieselbe Verschwommenheit, dasselbe Schweigen der Vernunft; in beiden Fällen das Erwachen eines Appetits, dann ein Wiederkäuen im Schatten. Das Zutun des Bewusstseins ist darauf begrenzt, ein Konzert von Bildern zu erhellen und im einzelnen wahrzunehmen, nicht, es in Ideen umzuwandeln." (Georges Salles)
Rezension Perlentaucher
Eines der wichtigsten Bücher für jeden, der gerne Bilder und das Leben betrachtet, ist Georges Salles' "Der Blick". Es ist ein alter Text, aber er hat nichts von seiner Frische verloren. Salles geht auf die Gegenstände und auf seine Art sie wahrzunehmen zu, als habe er niemals ein Buch gelesen, das ihm erklären möchte, wie er sich zu verhalten hat. Er ist ein freier Mann mit einem freien Blick. Er schert sich nicht um Regeln, nicht um das, was man tut und das, was man unterlässt...
Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.01.2002
Für den Rezensenten Hans-Peter Kunisch gehört Georges Salles, Archäologe, später Leiter der Musées des France und Enkel Gustave Eiffels, zur "seltenen Spezies der theoretisch interessierten Feinsinnigen", der darum aber dennoch kein theoretisch wirkendes Werk verfasst hat, sondern mit leichter Feder und trockenem Humor schon 1939 eine Rezeptionsästhetik entworfen habe, "als diese noch nicht gängig war". Dem Autor sei es immer um die "Schulung der Sinne" gegangen, schreibt er, nicht um den Kennerblick auf ein Kunstwerk, sondern um die Erschließung eines Werks durch den "träumerischen Blick". Kunisch freut sich, dass das "schöne, kleine Buch" des "geschickten Stilisten" nun auch in deutscher Übersetzung erscheint.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.12.2001
Glücklicher Moment! Wenn im Blick auf die Bilder immer auch die Zeit auf den Betrachter zurückblickt. Durch die Lektüre hat Harald Fricke noch daran teilnehmen können, über die sechzig Jahre seit Erscheinen des Buches hinweg. Schon deshalb freut ihn die überfällige deutsche Ausgabe. Aber Fricke hat sich auch anstecken lassen von der Begeisterung des Autors, die so gar nichts hat von der Apodiktik fachlicher Kompetenz. "Im Gegenteil. Salles begeisterter Essay ist ein Spiel mit den eigenen Erfahrungen". Und durch dieses Spiel gelingt es bisweilen, die "Übergänge innerhalb der Kulturen" aufzuzeigen oder die Erkenntnisse der Archäologie auf die "Quersumme der Zeit" zurückzuführen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








